Monatsbericht der Bundesbank: Rosige Aussichten für deutsche Konjunktur

Monatsbericht der Bundesbank: Rosige Aussichten für deutsche Konjunktur

, aktualisiert 16. Februar 2015, 14:30 Uhr

Am Montag hat die deutsche Bundesbank ihren Monatsbericht vorgelegt. Darin geht es um Wohneigentum in Deutschland, Notfallkredite für griechische Banken, Konjunkturprognosen und den anhaltend niedrigen Ölpreis.

Wohnimmobilien in Deutschland haben sich 2014 so stark verteuert wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Die Preise kletterten um fünf Prozent, wie am Montag aus dem vierteljährlichen Barometer des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hervorging. Dies war der fünfte Anstieg in Folge und der größte seit Beginn der Datenerhebung 2003. Die Preise hätten sich seitdem um rund ein Viertel erhöht. "Die Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien ist ungebrochen", sagte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Wegen der niedrigen Zinsen und der stabilen Konjunktur seien in- und ausländische Anleger weiter an deutschen Immobilien interessiert. "Hält die Nachfrage unvermindert an, werden die Preise weiter anziehen."

Tolckmitt betonte, die Entwicklung spiegele die große Attraktivität des deutschen Marktes wider. "Auf der anderen Seite dürfen die Risiken des Anlagedrucks - insbesondere auf den gewerblichen Immobilienmärkten - nicht unterschätzt werden." Denn hier könnte es eine "Korrektur" an der Preisfront geben, wenn größere institutionelle Anleger den Märkten wieder den Rücken kehrten, hieß es beim vdp. Demnach stiegen die Preise für Gewerbeimmobilien im vorigen Jahr um 3,8 Prozent, nach 4,7 Prozent 2013. Im vierten Quartal 2014 lag das Plus binnen Jahresfrist sogar nur bei 2,4 Prozent und war damit nur noch halb so groß wie im Frühjahr 2014. Dieser Markt verliere leicht an Schwung, erklärte der vdp und begründete dies mit Büroimmobilien. Denn hier hätten die Neuvermietungen zum Jahresende kaum noch zugelegt.

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Dennoch: Die Preise für Wohneigentum in Deutschland sind nach Einschätzung der Bundesbank nicht zu hoch. Eine substanzielle Überbewertung sei nicht erkennbar, erklärte die Bundesbank am Montag in ihrem jüngsten Monatsbericht. Städte bildeten jedoch eine Ausnahme. Dort seien die Preise zwischen zehn und 20 Prozent teurer. "Eigentumswohnungen in den Großstädten weisen dabei die stärksten Überbewertungen auf", erklärte die Bundesbank.

Obwohl die Preise für Wohnimmobilien im vergangenen Jahr weiter zulegten, sei die Dynamik nach Einschätzung der Bundesbank im Vergleich zu den Vorjahren aber merklich geringer gewesen. Zur Beruhigung könnte nach Ansicht der Notenbank beigetragen haben, dass sich das Kaufinteresse an den bisher besonders boomenden Teilmärkten etwas abgeschwächt hat. In den Städten legten die Preise für Wohnimmobilien 2014 um durchschnittlich 5,25 Prozent zu. Im Jahr 2013 waren es noch 7,25 Prozent gewesen.

Ebenfalls ging es im jüngsten Monatsbericht um die mit Notfallhilfen gestützten griechische Geldhäuser. Die Bundesbank rät, sie sollten unbedingt daran arbeiten, ihre Liquiditätslage zu verbessern. ELA-Notfallkredite seien kurzfristige Hilfen für solvente Banken, die zeitweise unter Geldproblemen litten, hieß es. "Dem widerspräche eine Ausweitung der Liquiditätsbedarfs durch die Aufnahme kurzfristiger griechischer Staatsschuldtitel in den kommenden Wochen", erklärte die Bundesbank. Präsident Jens Weidmann hatte unlängst bereits gefordert, bei ELA-Hilfen sollten strenge Maßstäbe angelegt werden.

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