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Nachfrageschub: Überraschendes Auftragsplus für Industrie

Trotz der Schuldenkrise in Europa hat die deutsche Industrie im Mai ein unerwartetes Auftragsplus eingefahren. Vor allem große Aufträge aus der Euro-Zone sorgten für den Zuwachs.

François Hollandes Mission lässt sich auf einen kurzen Nenner bringen: Wachstum. Der neue französische Präsident hat sich zum Ziel gesetzt, Europa die seiner Meinung nach einseitige Ausrichtung auf die Sanierung der Staatsfinanzen auszutreiben und den Kontinent damit aus der Wirtschaftskrise zu führen. Das Thema ist keine Erfindung Hollandes - die EU-Regierungschefs haben sich immer wieder damit beschäftigt, wie der Kontinent Rezession und Arbeitslosigkeit entrinnen kann. Aber die Debatte um die richtige Strategie erhält durch die Wahl des Sozialisten eine ganz neue Dynamik.

Bild: dpa

Die Bestellungen legten um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Damit ging es wieder bergauf, nachdem es im April ein revidiertes Minus von 1,4 Prozent gegeben hatte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für Mai nur mit stagnierenden Aufträgen gerechnet.

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Insbesondere Auslandsbestellungen legten zu: „Hier sorgten vor allem Großaufträge aus dem Bereich der Euro-Zone für einen kräftigen Nachfrageschub“, teilte das Ministerium mit. Insgesamt sei die Zahl der Großaufträge für einen Mai allerdings unterdurchschnittlich ausgefallen. Das Neugeschäft aus dem Ausland legte im Mai um 2,3 Prozent zu, während die Nachfrage aus dem Inland um 1,3 Prozent zurückging. Die Aufträge aus Euro-Staaten zogen um 7,7 Prozent an. Noch im Vormonat hatte es ein Minus von 1,3 Prozent gegeben. Die Bestellungen aus Ländern außerhalb des Währungsgebietes verringerten sich um 0,8 Prozent.

Die Produzenten von Konsumgütern verbuchten im Vergleich zum Vormonat 3,5 Prozent mehr Aufträge. Maschinenbauer und andere Hersteller von Investitionsgütern meldeten ein Plus von lediglich 0,2 Prozent. Stahlfirmen und andere Produzenten von Vorleistungsgütern sammelten 0,8 Prozent mehr Aufträge ein. Die Auftragslage in der Industrie sei damit insgesamt nach wie vor günstig, teilte das Ministerium mit. „In einem durch wachsende Unsicherheiten geprägten Umfeld bleiben die Vorgaben für die deutsche Industriekonjunktur damit vorerst gut“, hieß es weiter.

Dennoch hat sich die Auftragslage im Sommer offenbar wieder eingetrübt: Der Frühindikator des Markit-Instituts hatte zuletzt angezeigt, dass der deutsche Industriemotor im Juni ins Stottern geraten ist. Der Einkaufsmanagerindex landete auf dem tiefsten Niveau seit genau drei Jahren. Hauptgrund für die Flaute sind die mangelnden Neu- und Folgeaufträge.

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