Nächstes Sorgenkind: Spanien an der Schwelle zu Rezession

Nächstes Sorgenkind: Spanien an der Schwelle zu Rezession

, aktualisiert 11. November 2011, 14:52 Uhr
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Spaniens Wirtschaft kommt nicht auf die Beine.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Bruttoinlandsprodukt Spaniens ist im dritten Quartal stagniert. Das dämpft die Sparvorhaben der Regierung. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert auf einem Rekordwert innerhalb der Europäischen Union.

MadridSpanien kommt einer Rezession immer näher. Die Wirtschaft stagnierte im dritten Quartal, weil die Binnennachfrage unter dem Sparkurs der Regierung leidet. Im Frühjahr hatte es noch ein Wachstum von 0,2 Prozent gegeben. Viele Experten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in den kommenden Quartalen schrumpfen wird. Wegen der Schuldenkrise in Europa und dem schwächeren Welthandel droht mit den Exporten die nächste Konjunkturstütze wegzufallen. Für die Regierung wird es damit immer schwieriger, den Haushalt in Ordnung zu bringen und aus dem Visier der Finanzmärkte zu kommen.

„Besonders die schrumpfenden Staatsausgaben belasten die Wirtschaft“, sagte Analystin Estefania Ponte von Cortal Consors zu den Daten des spanischen Statistikamts INE vom Freitag. Im Kampf gegen die Schuldenkrise hatte die Regierung Steuern erhöht, Löhne gekürzt und Investitionen gestrichen. Dadurch sank die Binnennachfrage von Juli bis September um 0,8 Prozent, wie die spanische Notenbank berechnete. Exporte und Tourismus legten dagegen zu. Details will das Statistikamt kommende Woche veröffentlichen.

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Sparziele in Gefahr

Spanien leidet unter einer Rekordarbeitslosigkeit. Mehr als jeder Fünfte hat keinen Job. In keinem anderen EU-Land ist die Arbeitslosenquote so hoch. Nach Prognose der EU-Kommission wird sie auch im kommenden Jahr über der 20-Prozent-Marke verharren. Sie ist die höchste aller EU-Länder.

Die Konjunkturflaute gefährdet die Sparziele der Regierung. Sie wollte das Staatsdefizit in diesem Jahr auf sechs Prozent der Wirtschaftsleistung drücken. Vor allem die 17 autonomen Regionen tun sich mit Ausgabenkürzungen schwer. Die als Favorit in die für 20. November angesetzten Parlamentswahlen gehende konservative Volkspartei hat bereits weitere Einschnitte angekündigt, um 2012 das Defizit wie geplant auf 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken.

Eine baldige Konjunkturwende ist auch deshalb nicht in Sicht. „Die rekordhohe Arbeitslosigkeit und der Umbau des Bankensektors dämpfen die mittelfristigen Wachstumsaussichten“, warnt die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose. Spaniens Wirtschaft soll demnach sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr nur um magere 0,7 Prozent zulegen. 2013 erwartet die Kommission dann ein doppelt so schnelles Wachstum.

Quelle:  Handelsblatt Online
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