Neue Analysen: Angst vor Chinas Übermacht

Neue Analysen: Angst vor Chinas Übermacht

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Passanten gehen in Peking über den "Platz des Himmlischen Friedens". China ist nah daran, die USA aus ihrer Vormachtstellung zu verdrängen.

von Klaus Methfessel

Der Aufstieg des Reichs der Mitte zur beherrschenden Supermacht scheint schier unaufhaltsam. Während Chinas Wirtschaft auch in Zeiten der Finanzkrise noch ungebremstes Wachstum an den Tag legt und vor kurzem Japan von der weltweiten Nummer Zwei verdrängt hat, wachsen im Westen vor allem die Ängste vor chinesischer Dominanz. Dazu tragen auch viele Publikationen bei, die sich mit dem weltbewegenden Ereignis beschäftigten.  Zu der von Chinas Aufstieg bestimmten neuen Weltordnung haben vier Autoren kürzlich aus unterschiedlicher Sicht Publikationen vorgelegt, mit denen sich auseinanderzusetzen lohnt.

In seiner berühmten Bric-Studie hatte der Ökonom Jim O’Neill von Goldman Sachs Anfang dieses Jahrtausends vorhergesagt, dass China bis spätestens 2030 wirtschaftlich an den USA vorbeiziehen und zur stärksten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen werde.

Angesichts des nunmehr seit 30 Jahren anhaltenden Wachstums scheint sich diese Prophezeiung zu bestätigen. Wenn bislang Kritik an dieser Vorhersage geübt wurde, dann meist aus Sicht derer, die früher oder später einen wirtschaftlichen Einbruch aufgrund der inneren Widersprüche des chinesischen Wachstumsmodells für unausweichlich halten.

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Der Wissenschaftler Arvind Subramanian vom renommierten Peterson Institut for International Economics in Washington stellt die genau entgegengesetzte These auf: Seiner Ansicht nach wird die Dominanz Chinas und der Abstieg der USA eher noch schneller kommen.

Aus seinem jetzt in den USA erscheinenden Buch „Eclipse: Living in the Shadow of Chinas Economic Dominance“ hat er für die amerikanische Zeitschrift „Foreign Affairs“ die wesentlichen Gedanken zusammengefasst („The Inevitable Superpower. Why China’s Dominance is a Sure Thing“, September/Oktober 2011).

Auf dem Vormarsch

Weltwirtschaftliche Dominanz lässt sich Subramanian zufolge anhand von drei Faktoren messen: Dem Anteil am Welt-Bruttoinlandsprodukt, dem Anteil am Welthandel und der Stellung als Welt-Kreditgeber.

Nach seinen Projektionen dürfte China schon viel früher als 2030 die weltweit dominierende wirtschaftliche Supermacht sein. Selbst wenn Chinas Wirtschaftswachstum in den nächsten 20 Jahren im Schnitt von jetzt zehn auf sieben Prozent falle, werde es 2030 knapp 20 Prozent des globalen BIP auf sich vereinen, die USA dagegen nur noch 15 Prozent.

China werde dann 15 Prozent des Welthandels generieren, doppelt so viel wie die USA. Und was den dritten Faktor betrifft, ist die Stellung der USA schon heute desaströs: Sie saugen rund 50 Prozent des Nettokapitalflusses der Welt auf, während China gegenüber der übrigen Welt ein wichtiger Nettokapitalgeber ist – und der größte gegenüber den USA.

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