Neuer Wohlstand: Brasiliens Konsumrausch stützt den Boom

Neuer Wohlstand: Brasiliens Konsumrausch stützt den Boom

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Der Boom in Brasilien wird vor allem durch den privaten Konsum getragen

von Alexander Busch

Der starke Real bremst Brasiliens Konjunktur. Doch bisher erweist sich der lokale Konsum der neuen Mittelschichten als erstaunlich krisenstabil und gleicht das Minus aus. Deutsche Konzerne profitieren überdurchschnittlich als Zulieferer des Booms.

Restaurants, Shopping-Center, Flughäfen, Hotels – schwierig, wer dieser Tage in Brasilien essen gehen, einkaufen oder verreisen will. Es ist nicht einfach einen freien Tisch zu bekommen oder ein Flugticket zu einem halbwegs vernünftigen Preis. Die Shopping-Center sind auch vor dem Weihnachtsgeschäft meist schon rappelvoll, und wer in Rio de Janeiro ein Hotelzimmer buchen will, muss lange suchen oder direkt tief in die Tasche greifen. Die Tourneen ausländischer Stars von Eric Clapton bis Justin Bieber sind ausgebucht – obwohl die Eintrittskarten deutlich mehr kosten als in Europa oder den USA. Es ist eindeutig: Von der weltweiten Wirtschafkrise ist in Brasilien wenig zu spüren. Die 190 Millionen Brasilianer konsumieren frohgemut als gäbe es kein Morgen – und sie stabilisieren damit die Konjunktur in Brasilien.

Stagniert das Wachstum?

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Dennoch haben sich auch in Brasilien die Konjunkturerwartungen seit der Jahresmitte deutlich verschlechtert. Von der Wachstumsrate von 7,5 Prozent im vergangenen Jahr entfernt sich die größte Ökonomie Lateinamerikas immer weiter: Nilson Teixeira der Chefökonom von Credit Suisse in Brasilien befürchtet, dass Brasiliens Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr sogar weniger als drei Prozent zulegen und auch nächstes Jahr nur um 2,2 Prozent steigen könnte. Nach einer Umfrage der Zentralbank rechnen die meisten Investmentbanken mit einem Wachstum von 3,5 Prozent für das Jahr 2011. Der Internationale Währungsfonds IWF erwartet, dass Brasilien 2012 in Südamerika mit einem Wachstum von 3,6 Prozent das Schlusslicht bilden wird.

Dennoch sind die meisten Ökonomen derzeit vorsichtig mit Prognosen: Einig sind sie zwar, dass vor allem die Industrie nur schwach wachsen wird. Der anhaltende Konsum der Brasilianer, die Rohstoffexporte und die ausländischen Direktinvestitionen gleichen jedoch die schrumpfende Produktion des verarbeitenden Gewerbes teilweise aus. Doch wie stark – das ist bisher schlecht einzuschätzen.

Doch im Einzelnen: Es ist vor allem der starke Real, der die Industrie unter Druck bringt, denn bis vor kurzem gehörte der brasilianische Real mit einer Aufwertung von rund 50 Prozent zu den Währungen, die seit 2008 weltweit am stärksten gegenüber dem Dollar an Wert zulegten. Der Real hat im September erstmals leicht verloren, ist aber immer noch hoch bewertet. Deshalb haben brasilianische Industriekonzerne Schwierigkeiten mit ihren überteuerten Produkten im Export. Aber auch auf dem Binnenmarkt verlieren sie Marktanteile durch einströmende Importe, die der teure Real für Brasiliens Unternehmen vergleichsweise billig macht.

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