Nobelpreisträger: Lasst Daten sprechen

16. Oktober 2011
Wirtschaftsnobelpreisträger Quelle: REUTERS/Tim ShafferBild vergrößern
Wirtschaftsnobelpreisträger Christopher Sims (r) und Thomas Sargent (l) Quelle: REUTERS/Tim Shaffer
von Malte Fischer

Der Wirtschaftsnobelpreis für Thomas Sargent und Christopher Sims ist eine überfällige Warnung vor dem Glauben an staatliche Konjunkturpolitik.

Die Entscheidungen des Stockholmer Nobelpreiskomitees sorgen immer wieder für Überraschungen. Doch selten hat es Beobachtern so die Sprache verschlagen wie diesmal. Dass der Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaft 2011 ausgerechnet an die US-Ökonomen Thomas Sargent von der New York University und Christopher Sims von der Princeton University geht, hatte niemand erwartet. Die beiden sind zwar keine Unbekannten in der Zunft. Doch ihre Forschungsrichtung, die empirische Makroökonomie, steht seit Beginn der Finanzkrise heftig unter Beschuss. Politiker und Medien werfen ihr vor, die Finanzkrise nicht vorhergesehen zu haben.

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Zweifel an Staat und Notenbank

Die Vergabe des Nobelpreises an die beiden US-Ökonomen für ihre "Analysen von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen in der Makroökonomie" ist eine mutige Entscheidung gegen den Zeitgeist. Sie stärkt nicht nur der empirischen Makroforschung den Rücken, sondern ist auch ein Signal, staatlichen Konjunkturprogrammen und geldpolitischen Ankurbelungsmaßnahmen mit mehr Skepsis zu begegnen.

Insbesondere die Arbeiten von Sargent wecken Zweifel daran, ob Staat und Notenbank in der Lage sind, die Wirtschaft zu beleben. Bis in die Sechzigerjahre spielten Erwartungen von Unternehmen, privaten Haushalten und staatlichen Instanzen keine große Rolle in der makroökonomischen Analyse. Ökonomen glaubten, es gebe einen negativen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. Keynesianische Makromodelle, die damals en vogue waren, legten den Schluss nahe, die Zentralbank könne durch mehr Inflation die Reallöhne und die Arbeitslosigkeit senken.

Gefährliche Stagflation

Als sich in den Siebzigerjahren dann Stagflation einstellte, die üble Kombination aus niedrigem Wachstum, hoher Inflation und hoher Arbeitslosigkeit, geriet die keynesianische Theorie ins Wanken. Ihre Modelle konnten die Realität nicht mehr erklären. Unter dem Einfluss von Milton Friedman und Edmund Phelps begannen die Ökonomen, die Erwartungsbildung der Menschen in ihre Modelle einzubeziehen. Friedman argumentierte, dass Arbeitnehmer nur vorübergehend einer Geldillusion unterliegen. Sobald sie den Reallohnverlust durch höhere Inflation erkennen, setzen sie höhere Löhne durch. Dadurch steige die Arbeitslosigkeit wieder auf das Ausgangsniveau.

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Kommentare | 5Alle Kommentare
  • 16.10.2011, 17:52 UhrEUdSSR: "ALLE MENSCHEN werden BRÜDER"! :) [1-2]

    Nun also mutig "solidarisch" aufgehenden EU-Sonne unserer gemeinsam "goldigen" Zukunft entgegen:

    - im Euroraum kaum noch "Netto-Zahler" und die selbst voll überschuldet!
    - Politik nur noch hinter "bestens hebelnden" Verschuldungs-Fazilitäten ohne Parlamentskontrolle her!
    - EU-Staatsschulden: 9.500 Mrd EUR (=US-Schulden nach 100 Jahren), 2.500 Mrd p.a. neu "frei" zu refinanzieren
    - banken lt. barroso (28.9.11) bekamen seit 2007 von EU 4.600 Mrd (50% EU-biP) an Hilfen, neue Rekapitalisierungsrunde läuft trotz 30 biLL. bANKEN-AKTiVA!
    - OECD-Geldmenge seit 1980 um Faktor 20 ohne jeden realen Wertbezug aufgebläht (+2.000% vs. 0% realer DE-Lohnzuwachs), so monatliche Märkteblasen
    - investmentbanken beherrschen alle politischen Eliten als deren "freie" Refinanzierer (mit 0%-Krediten der Zentralbanken)
    - Osteuropa nur durch "Wiener Abkommen"-Schneeball vor Pleite von o.g. gerettet
    - "Krisenstars" wie Polen und "Wunderland Türkei" seit Erdogan, glänzen nur durch massivste Währungsabwertung+Westexporte (Abwertung-PL: 2008/07-2009/02 - 50% zu EUR und 65% zu Us$, TR-Abwertung 2001-2011: 300%)!
    - USA, UK, JP wie EU voll überschuldet, Ponsi-Refinanzierung seit Jahren nur durch Zirkusnummer beschleunigter Verschuldung in EiGENER Währung, vorlaufenden Geldmengenausweitung und Zug-um-Zug-Anleihenplazierung bei Exporteren wie China oder gleich über eigene gezwungene Staatsunternehmen wie JP 250% biP bei 0%-Zins
    - alle o.g. Zonen müssen zur "freien" Refinanzierung der Staatsüberschuldung ihre "unabhängigen" Zentralbanken mit 0%-"QE"-Zauberzins knechten, so dauerhaft immer mehr kostenloses Spielgeld für investmentbanken
    - implizite Sozial-/Renten/Gesundheitsschulden ALLER EU-Staaten ohne jede Chance zukünftiger Deckung (DE: 7.000 Mrd, EU-Spitzenreiter PL: 1550% biP): Altersarmut, Renten- und Gesundheitssystemkollaps
    - Spiegel 7.2.11: GR hat nur in Schweiz 600 Mrd Schwarzkohle - da stimmt's sicher, dass DE nach Schäuble dort nur 200 Mrd hat ;)
    ..

  • 16.10.2011, 17:52 UhrEUdSSR: "ALLE MENSCHEN werden BRÜDER"! :) [2-2]

    ..
    - China mit inflation, baublase und weglaufenden Lebenshaltungskosten selbst stark destabilisiert und von Sozialunruhen bedroht, zukünftig nur noch zur mit eigenen Produktion befriedigten inlandsnachfrage, statt mit wertverfallenden Dollars refinanzierten importen bereit - so dort wie in USA, UK, JP, ohne weitere rein verschuldungsfinanzierten importe, kein zukünftig endloser "Wachstumexportmarkt" zur Deckung impliziten EU-Sozialstaatschulden!
    - weltweite 100 biO $ Anleihenblase kurz vor Platzen!
    - Schweiz/Gold werden massiver als 1929/1939 überrannt, 94% weltweiter Goldvorräte halten Zentralbanken!
    - wenige investmentbanken drehen politisch weiter unreguliert das mit gerade 2% echtem Eigenkapital (un-)gesicherte CDS-Wettuntergangsrad von über 1.000.000 Mrd $ (biZ 2010 - 20x WELT-biP oder 1500x EURO-Geldumlauf)
    - Lt. FTD Deutsche bank mit außerbilanziellen derivaten Aktiva 55 biLL.EUR bei 30 Mrd Eigenkapital (0,05%) dabei
    - Rohstoffmärkte weltweit durch unbegrenzte 0%-Zins bankenkredite eine einzige Monster-bLASE, auch wg. seit Jahren gehandelten Fördererwartungen nächster Jahrzehnte statt nur bereits geförderten Mengen, und manipulativen Markteinkauf der investmentbanken! Un-FAO schätzt, nur 2% der Transaktionen dient noch echter bedarfsdeckung!
    - alle Schwellen-/Entwicklungsländer machen für unkontrollierten Fremdkapitalzufluss aus Angst vor weiteren Marktverzerrungen samt Sozialrevolten Grenzen dicht
    - u.v.m.

    Zeichen stehen also auf "Wachstum", "Vollbeschäftigung-XXL", "wirksame Schuldenbremse" und mehr mutige "Signale an Märkte"!
    Jetzt noch "ein paar kleine Vertragsänderungen", EU-"Solidaritätshilfen", EU-Rettungsfazilitäten, bad banks und REKAPiTALiSiERUNGEN für "UNSERE" banken - weil "WiR" profitieren!
    bloß keinen Welt- und Sozialbalance wiederherstellenden HARTEN 85%-SCHULDENSCHNiTT (mit CDS-Annulierung/Verbot) und Sanktionierung für Krisenverursacher!

    "Alle Menschen werden brüder", willkommen in der EUdSSR! :)

  • 16.10.2011, 17:53 UhrDE: nur 40% EWU-Exportüberschüsse (50 Mrd p.a.)

    Zur Wahrheit des so viel propagierten "weil 'WiR/DEUTSCHLAND' davon profitieren" gehört: nur gerade 40% der deutschen Exportüberschüsse stammen PRO JAHR aus dem Euroraum, d.h. NiCHT "WiR", sondern nur PRiVATE DE-Exportunternehmen nehmen +/- PRO JAHR gerade 50 Mrd. Euro brutto als PRiVAT-GEWiNN ein, davon reinvestieren sie auch noch nur ca. 25% (12,5 Mrd p.a.) im inland, der Rest, weitgehend im inland unversteuert, dient im Ausland nur u.a. zum PRiVATEN CDS-Kreditausfallzocken oder PRiVATEN Aufbau weiterer Fabriken in China!

    Dafür zahlen WiR seit dem Start des Euroraums über für UNS hier erhöhte Kreditzinsen und von UNS in anderen EWU-Staaten subventionierte künstlich niedrige EU-Einheitszinsen jährlich ein Vielfaches der o.g. PRiVATEN NETTO-Einnahmen als SUbVENTiONEN durch ALLGEMEiNHEiT an EWU, was jetzt schon in den vom EFSF ausgegebenen Anleihen quasi Eurobonds mit EU-Transferunion und Haftungsgemeinschaft bedeuetet!

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