Nobelpreisträger: Spielregeln für die Globalisierung

Nobelpreisträger: Spielregeln für die Globalisierung

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Paul Samuelson

von Mark Fehr

Unzählige junge Menschen wird Paul Samuelson auch nach seinem Tod täglich begleiten: Sein weltweit in immer neuen Auflagen erscheinender Lehrbuchklassiker „Economics“ – Volkswirtschaftslehre ist auch mehr als 60 Jahre nach der ersten Veröffentlichung Pflichtlektüre für jeden Wirtschaftsstudenten.

In Zeiten, in denen Ökonomen über Sinn und Unsinn der Mathematik streiten und die Trennung von Forschung und Lehre zur Steigerung wissenschaftlicher Effizienz propagieren, relativiert ein Blick auf Samuels Lebensleistung so manchen Konflikt.

Er brachte den seinerzeit noch theorie- und verballastigen Volkswirten Mathematik und Statistik bei. Für seine dynamische Analyse von Wirtschaftsprozessen erhielt er 1970 den Nobelpreis. Traditionelle Modelle waren statisch, bezogen sich also stets auf feste Zeitpunkte und unterstellten unendlich schnelle Anpassungen an das Marktgleichgewicht. Samuelsons dynamischer Ansatz berücksichtigte dagegen, dass es in der Realität Zeit braucht, bis sich Angebot und Nachfrage ausgleichen.

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Der 1915 geborene Samuelson war der erste Amerikaner, der die international höchste Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaftler erhielt. Er hat als Professor am mittlerweile weltberühmten Massachusetts Institute of Technology in Boston viel dazu beigetragen, die US-Universitäten zu Vorreitern in der ökonomischen Forschung zu machen. Ihm folgte eine lange Reihe amerikanischer Wirtschaftsnobelpreisträger wie Edmund Phelps, James Tobin, Robert Solow – und in diesem Jahr sogar die erste Frau, Elinor Ostrom. Seine Studenten ermutigte Samuelson, tradierte Lehrmeinungen stets in Frage zu stellen.

Mut zur Kritik

Diesen Mut lebte er auch selbst vor. Samuelson traute sich, David Ricardos zuvor unanfechtbares Paradigma vom Welthandel als Wohlstandsmotor in Frage zu stellen. Die lange Zeit gängige Theorie: Länder haben komparative Konkurrenzvorteile auf unterschiedlichen Gebieten. Spezialisieren sie sich auf die Fertigung der jeweils günstigsten Produkte und bieten sie diese am Weltmarkt an, profitieren alle Beteiligten.

Samuelson zeigte jedoch, dass es Gewinner und Verlierer der Globalisierung gibt. Seinem Außenhandelstheorem zur Folge profitieren besonders solche nationalen Produktionsfaktoren vom Freihandel, die reichlich vorhanden sind und stark nachgefragt werden. Knappere aber ebenfalls wertvolle Faktoren müssen sinkende Entlohnung hinnehmen. So sind in China vor allem die Löhne gering Qualifizierter gestiegen, während im Maschinenbauparadies Deutschland die Gewinne kapitalintensiver Fertigungsbetriebe überdurchschnittlich zugenommen haben.

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