Notenbanken: Sozialer Friede in Gefahr

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KommentarNotenbanken: Sozialer Friede in Gefahr

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Gebäude der US-Notenbank Fed.

von Frank Doll

Die von den Zentralbanken in Umlauf gebrachten Milliarden landen bei den Reichen und Superreichen, während die Realwirtschaft lahmt und sich die Mittelschicht auflöst. 

Viele keynesianisch orientierte Ökonomen glaubten noch in den späten 1980er-Jahren, dass die sowjetische Planwirtschaft der kapitalistischen freien Marktwirtschaft überlegen sein könnte. Heute scheinen die obersten Notenbanker in den USA, Japan und Europa den Glauben an die Märkte ebenfalls verloren zu haben. Mit ihrer Nullzinspolitik und dem Aufkauf von Staatsschulden geben sie Marktkräften keine echte Chance mehr. Damit aber hängen ganze Volkswirtschaften vom Handeln staatlicher Autoritäten ab.

Ein nachhaltiges, sich selbst tragendes Wirtschaftswachstum ist unter solchen Bedingungen nicht möglich. Der Privatsektor schrumpft, die Staatsquote steigt. Was von Notenbanken und Regierungen in den vergangenen Jahren als Konjunkturerholung verkauft wurde, ist nicht mehr als ein Potemkinsches Dorf oder, wie es ifo-Präsident Hans-Werner Sinn formuliert hat, ein „keynesianischer Bluff“.

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Wo würde der DAX ohne Notenbanken stehen?

  • 31.10.2014

    Die Bank of Japan weitet ihre Anleihekäufe auf jährlich 583 Milliarden Euro aus. Der Dax steigt um 2,3 Prozent auf 9326,87 Punkte

  • 18.12.2014

    Fed-Chefin Yellen sagt, sie warte „geduldig“ auf den richtigen Zeitpunkt für eine Zinserhöhung.

  • 15.01.2015

    Die Schweizer Notenbank gibt den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro auf, der Euro sackt ab.

  • 22.01.2015

    EZB-Chef Draghi kündigt für die Zeit ab März Anleihekäufe über monatlich 60 Milliarden Euro an.

  • 10.04.2015

    Dax- Rekord bei 12.374,73 Punkten, im Tagesverlauf erreicht er sogar 12.390,75 Punkte.

Dieser Bluff aber fliegt auf, sobald die Notenpressen aufhören zu rotieren und das Geldangebot nicht mehr ausgedehnt wird. Das passiert gerade in den USA, wo die Konjunkturdaten seit einigen Wochen abschmieren. Eine Zinserhöhung wird es in den USA vermutlich nicht geben, weder im Dezember, noch in den nächsten zehn Jahren.

Die Europäische Zentralbank setzt auf das gleiche geldpolitische Konzept, das zuvor in Japan und in den USA erfolglos ausprobiert wurde. In einem Interview mit der griechischen Tageszeitung „Kathimerini“ sagte EZB-Präsident Mario Draghi, dass das Anleihekaufprogramm der EZB besser als erwartet funktioniere und die EZB bereit stehe, das Programm wenn nötig auszudehnen. Draghi verwies auf die sinkenden Finanzierungskosten und das steigende Kreditvolumen.

Post aus Harvard Zinswende muss im Dezember kommen

Die US-Notenbank Fed sollte noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben. Der Verweis auf die schwächelnde Konjunktur in China taugt nicht als Argument, die expansive Geldpolitik in Amerika fortzusetzen.  

USA: Zinswende jetzt! Quelle: dpa/Montage

Ähnliches hatte man auch von der US-Notenbank Fed gehört. Allerdings verwendeten US-Unternehmen die steigenden Kredite nahezu ausschließlich zur Finanzierung von Fusionen und Übernahmen und zum Rückkauf eigener Aktien. Lediglich sechs Prozent der Ausleihungen flossen in den vergangenen drei Monaten in Unternehmensinvestitionen. Die Investitionen sind  nahezu zum Erliegen gekommen, ebenso das Wirtschaftswachstum in den USA.

Eigentlich sollten die Wertpapierkäufe der EZB die Kreditvergabe und die Inflation ankurbeln. Aber dieser Effekt tritt nicht ein. Im September ist die Teuerungsrate im Euroraum im Jahresvergleich um 0,1 Prozent gefallen. Das für die Konjunktur wichtige Volumen an Unternehmenskrediten lag nur 0,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

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