OECD-Bericht: Auf Rentner kommen harte Zeiten zu

OECD-Bericht: Auf Rentner kommen harte Zeiten zu

Bild vergrößern

Einen "ganzheitlichen Ansatz" im Umgang mit dem Altern fordert die OECD. Die Organisation rechnet mit Rentenkürzungen. Damit genug fürs Alter bleibt, sollten Versicherte privat vorsorgen.

von Timo Stukenberg

Die OECD mahnt in ihrem Rentenbericht mehr private Vorsorge an. Mit schärferen Bestimmungen will sie von Armut betroffene Rentner entlasten. Die Finanzkrise hat überfällige Reformen beschleunigt.

Noch geht es den Rentnern in den Industrieländern gut. Im Durchschnitt haben 86 Prozent der Rentner ein verhältnismäßig hohes Einkommen. Das hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Bericht "Renten auf einen Blick" festgestellt, der heute veröffentlicht wurde. Den staatlichen Rentensystemen geht es demnach ganz anders. Der demografische Wandel werde dazu führen, dass Renten in Zukunft sinken - und private Vorsorge immer wichtiger wird.

Die OECD setzt verstärkt auf ein geringeres Rentenniveau, weniger Anreize zur Frühverrentung und ein höheres Renteneintrittsalter. Viele Menschen seien von Altersarmut betroffen, so der Bericht. In Deutschland gilt das vor allem für Geringverdiener. Wer nur die Hälfte des Durchschnittseinkommens verdient, hat einen verhältnismäßig geringen Rentenanspruch. Im OECD-Vergleich liegt Deutschland bei dieser Gruppe auf dem vorletzten Platz.

Anzeige

Die Altersarmut sei zwar zwischen 2007 und 2010 in den Industrieländern zurückgegangen. Der Bericht verweist allerdings auf die Dunkelziffer der Rentner, die in Armut leben. Arme Rentner nähmen häufig keine Sozialleistungen in Anspruch, weil sie nichts davon wüssten oder stigmatisiert würden. Sie werden in der Statistik nicht erfasst. Besonders Frauen seien im Alter von Armut bedroht.

Mehr private Vorsorge soll Rentenkassen entlasten

Der Fokus des Berichts lag in diesem Jahr auf der privaten Altersvorsorge, zum Beispiel durch Immobilien. In Deutschland besitzt demnach gerade einmal die Hälfte aller Rentner eine Immobilie. OECD-Generalsekretär Angel Gurría betonte, dass private Vorsorge ein Schritt in die richtige Richtung sei. "Alleine ist sie aber nicht ausreichend", sagte er. Genauso müssten die Länder das Rentenniveau senken.

Der Bericht führt eindrücklich vor Augen, welchen Belastungen die OECD damit vorbeugen will. So werden OECD-weit die Leistungen aus den Rentensystemen gekürzt. In Deutschland kommen durch den demografischen Wandel im Jahr 2060 auf jeden deutschen Rentner statistisch gesehen nur noch 1,5 Beitragszahler. Anfang der 1960er Jahre waren es noch rund fünf Personen. Damit liegt Deutschland deutlich unter dem OECD-Durchschnitt.

Reformen durch Finanzkrise beschleunigt

Die Organisation fordert einen "ganzheitlichen Ansatz" für den Umgang mit dem Alter. Das Renteneintrittsalter zu erhöhen sei notwendig, aber nicht ausreichend. Trotzdem geht die OECD davon aus, dass die meisten Mitgliedsländer im Jahr 2050 ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren haben werden. In den Berliner Koalitionsgesprächen wird allerdings gerade über eine Absenkung des Renteneintrittsalters verhandelt.

Anspar- und Auszahlphase Rente richtig aufbauen und genießen

Wer früher in den Ruhestand will, braucht eiserne Disziplin und einen guten Plan - nicht nur für Sparphase, sondern auch für die Rentenphase. Die optimale Strategie für Kapitalaufbau und -verzehr.

Zeit hilft: Um sich eine auskömmliche Rente aufzubauen, muss das Ersparte lange mit Zinseszins wachsen Quelle: imago / mcphoto

Insgesamt zeigte sich die OECD zufrieden mit den Reformen in den Rentensystemen ihrer Mitgliedsländer. Vor allem der Druck durch Finanzkrise habe dazu beigetragen, bereits begonnene Verhandlungen über Reformen zu beschleunigen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%