OECD-Beschäftigungsausblick 2014: Deutschland hat ein Problem mit der Langzeitarbeitslosigkeit

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OECD-Beschäftigungsausblick 2014: Deutschland hat ein Problem mit der Langzeitarbeitslosigkeit

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Ein Mann spiegelt sich im verglasten Eingangsbereich der Agentur für Arbeit. Nahezu die Hälfte aller Arbeitslosen in Deutschland sind langzeitarbeitslos.

von Niklas Dummer

Die OECD bewertet jedes Jahr die jüngsten Entwicklungen für die Arbeitsmärkte der führenden Industrieländer. Der deutsche Arbeitsmarkt könnte Vorbildcharakter haben – wenn die Langzeitarbeitslosen nicht wären.

Von der Krise 2007 haben sich die Arbeitsmärkte im OECD-Raum bis heute nicht vollständig erholt. Eine Ausnahme: Deutschland. Laut dem aktuellen OECD-Beschäftigungsausblick 2014 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der am Mittwoch in Paris vorgestellt worden ist, trotzt der deutsche Arbeitsmarkt sämtlichen Krisen. Ein Problem hat auch er trotz allem.

Doch zuerst die guten Nachrichten: Im Vergleich zum Euro-Raum kann sich der deutsche Arbeitsmarkt durchaus sehen lassen. In der Währungsunion ist die Arbeitslosenquote im Durchschnitt fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Vor allem Griechenland und Spanien leiden immer noch unter den Auswirkungen der Krise. Zwar zeigen die Reformen in den Pleitestaaten erste Erfolge, wie das Weltwirtschaftsforum am Dienstag darlegte; trotz des leichten Rückgangs ist aber immer noch ein Viertel der Erwerbsbevölkerung arbeitslos.

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Die Arbeitslosigkeit in einigen OECD-Ländern

  • Der OECD-Raum

    Insgesamt sind 45 Millionen Menschen im OECD-Raum derzeit ohne Arbeit – sieben Millionen mehr als noch 2007.

    Die durchschnittliche Arbeitslosenrate liegt bei 7,4 Prozent. Bis Ende 2015 soll sie auf 7,1 Prozent sinken.

  • Griechenland

    Griechenland hat immer noch die höchste Arbeitslosenquote im OECD-Raum. Sie beträgt 26,8 Prozent.

  • Spanien

    In Spanien wird die Arbeitslosenquote in absehbarer Zeit über zehn Prozent liegen. Derzeit beträgt sie 25,1 Prozent. Damit hat Spanien die zweithöchste Quote aller OECD-Länder. Die Löhne sind seit 2009 jährlich um zwei bis fünf Prozent gesunken.

  • Portugal

    In Portugal sind 14,3 Prozent der Erwerbstätigen ohne Arbeit.

  • Italien

    In Italien ist die Arbeitslosenquote seit Krisenbeginn um über drei Prozent gestiegen, sodass sie derzeit bei 12,6 Prozent liegt.

  • Irland

    Die Arbeitslosenquote in Irland liegt bei zwölf Prozent. Bis Ende 2015 fällt sie laut OECD-Ausblick auf unter zehn Prozent.

  • Frankreich

    Frankreichs Arbeitslosenquote liegt bei über 10,1 Prozent. Bis 2015 könnte sie auf 9,8 Prozent fallen.

  • Deutschland

    Die Arbeitslosenquote liegt in Deutschland derzeit bei 5,1 Prozent. Ende 2015 dürfte sie auf unter fünf Prozent fallen. Das entspricht der Hälfte des Euroraumdurchschnitts – der liegt derzeit bei 11,6 Prozent.

  • USA

    In den USA ist die Arbeitslosenquote 2014 auf 6,1 Prozent gefallen. Das sind 3,9 Prozentpunkte weniger als am Höhepunkt der Krise.

  • Japan

    In Japan liegt die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent.

Die Bemühungen der Krisenländer erkennt OECD-Generalsekretär Angel Gurría an, warnt aber vor weiteren Kürzungen. Er sagte in Paris: „Zwar haben Lohnkürzungen in den Krisenländern dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit einzudämmen und die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen, weitere Kürzungen wären aber kontraproduktiv und würden weder neue Jobs noch mehr Nachfrage schaffen.“

Grund zur Sorge bereitet den Autoren die Langzeitarbeitslosigkeit. Jeder Dritte Arbeitslose sucht schon seit mehr als einem Jahr nach einer neuen Beschäftigung. In Ländern wie Italien oder Portugal, die von der Krise stark betroffen sind, ist strukturelle Arbeitslosigkeit entstanden. Diese gehe selbst dann nicht automatisch zurück, wenn die Wirtschaft wieder anziehe, so die Autoren. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich seit Beginn der Krise 2007 verdoppelt.

Ein besonders großes Problem ist die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland: Obwohl sie so stark zurückging, wie in keinem anderen OECD-Land, sind in hierzulande immer noch fast die Hälfte aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos – im OECD-Schnitt ist es jeder Dritte.

„Wir können uns nicht dauerhaft mit einem harten Kern von Arbeitslosigkeit abfinden“, sagte bereits im Februar der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt. „Wir müssen auch den Menschen, die schwierige Erwerbsbiografien haben (…), eine reale Chance auf Teilhabe in unserer Gesellschaft geben.“ Zu diesem Zweck wolle die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag 1,4 Milliarden Euro mehr zur Verfügung stellen.

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