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Ökonomen: Martin Feldstein: Post aus Harvard

von Malte Fischer

Martin Feldstein zählt zu den einflussreichsten und forschungsstärksten Ökonomen der Gegenwart – und zu den letzten Angebotstheoretikern. In der Krise denkt nun selbst er um.

Ökonom Martin Feldstein Quelle: REUTERS
Ökonom Martin Feldstein Quelle: REUTERS

Gemeinhin gilt es als Zeichen intellektueller Größe, seine eigenen Positionen und Denkansätze immer wieder kritisch zu überprüfen – und bei neuen Erkenntnisse gegebenenfalls zu korrigieren. Gemessen daran ist Martin Feldstein einer der großen Denker der Ökonomenzunft. Der Nestor der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, der sich jahrzehntelang vehement für staatliche Ausgabendisziplin und die Rückführung öffentlicher Haushaltsdefizite eingesetzt hat, erklärte jüngst, er unterstütze das schuldenfinanzierte Konjunkturprogramm von US-Präsident Barack Obama. „Unter normalen Umständen würde ich einen solchen Anstieg der Staatsausgaben und des Budgetdefizits ablehnen“, urteilte Feldstein, „doch diesmal gibt es angesichts der Schwere der Rezession und der eingeschränkten Wirksamkeit der Geldpolitik keine Alternative dazu.“ Der massive Anstieg der Staatsverschuldung sei der „Preis, den wir und zukünftige Generationen für die politischen Fehler zahlen müssen, die zu dieser Krise geführt haben“.

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Mit dieser 180-Grad-Wende überraschte Feldstein viele seiner Kollegen. Denn in der Zunft galt er bis dato als Gralshüter einer soliden Haushaltspolitik. Schon Anfang der Achtzigerjahre hatte er mit seiner knallharten Haltung für Aufsehen gesorgt. Damals war Feldstein zum Chef des wirtschaftspolitischen Beratergremiums von US-Präsident Ronald Reagan avanciert und hatte Reagans Politik der Steuersenkungen mitgestaltet. Umso heftiger eckte er im Weißen Haus an, als er sich gegen die ausufernden Defizite im Staatshaushalt wandte. Auch nach seiner Zeit als Chefberater der Reagan-Administration (1982 bis 1984) beeinflusste Feldstein die wirtschaftspolitische Diskussion in den USA wie nur wenige andere Ökonomen. Von 1977 bis 1982 und später von 1984 bis 2008 stand er an der Spitze des National Bureau of Economic Research (NBER), einer renommierten privaten Forschungsorganisation. Noch heute ist er Mitglied des Business Cycle Dating Committee des NBER, dessen Aufgabe es ist, den Beginn und das Ende von Rezessionen exakt zu datieren.

Feldstein wurde 1939 in New York geboren. Nach dem Bachelor-Abschluss in Ökonomie an der Universität Harvard wechselte er 1961 nach Großbritannien an die Uni Oxford. Dort promovierte er 1967. Anschließend kehrte Feldstein in die Vereinigsten Staaten zurück, wo er seither in Harvard lehrt. 1977 erhielt er die John-Bates-Clark-Medaille der American Economic Association, die alle zwei Jahre an den forschungsstärksten Ökonomen unter 40 Jahren vergeben wird.

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 05.04.2009, 01:22 UhrAnonymer Benutzer: Joey ullmann

    "OEKONOMiE AUS HARVARD" iST EiNES DER bESTEN ARTiKEL UEbER DiE JETZTiGE EKONOMiSCHE LAGE DER WELT...ES iST AUESSERST WiCHTiG DiESE ARTiKEL DER DEUTSCHEN WiRTSCHAFTSWOCHE iN ALLEN iNDUSTRiE GEbiETEN UND LAENDER ZU VERFOLGEN ...ViELEN DANK ***** entschuldigen Sie mein schlechtes Deutsch !!

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