Ölpreise fallen weiter: Dieselpreis nähert sich der Ein-Euro-Marke

Ölpreise fallen weiter: Dieselpreis nähert sich der Ein-Euro-Marke

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Tanken ist so günstig wie seit vier Jahren nicht mehr.

Die Spritpreise scheinen als politisches Aufregerthema ausgedient zu haben. Derzeit staunen die Autofahrer eher über ungewohnt niedrige Tankrechnungen. Diesel nähert sich langsam sogar der Ein-Euro-Marke.

Die fallenden Ölpreise lassen die Spritrechnungen der Autofahrer in Deutschland weiter schrumpfen. An einzelnen Tankstellen kratzt der Preis für einen Liter Diesel bereits an der Ein-Euro-Marke.

Allerdings ist im bundesweiten Durchschnitt diese Grenze noch ein ganzes Stück entfernt: Nach Berechnungen des ADAC kostet der Liter Diesel derzeit im Schnitt 1,128 Euro, 3,3 Cent weniger als noch vor einer Woche. Doch bis der Dieselpreis auch im überregionalen Mittel unter 1 Euro falle, müsse „der Ölpreis noch weiter deutlich nachgeben“, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Mittwoch in München.

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Der Verfall des Ölpreises kommt beim Verbraucher an

  • Warum werden Benzin und Diesel plötzlich billiger

    Das liegt im wesentlichen am Preisrutsch für Rohöl. Der Ölpreis hat sich jahrelang weitgehend in einem Preisband zwischen 100 und 115 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent bewegt. Diesen Korridor hat der Preis Anfang September verlassen und ist im Oktober nochmals kräftig abgestürzt, auf nur noch 85 Dollar. Die subjektive Wahrnehmung der Autofahrer, dass Benzin und Diesel immer teurer werden, wird von den Daten seit 2012 nicht mehr gedeckt.

  • Wie konnte es zu dem Preisrückgang beim Rohöl kommen?

    Auf der Angebotsseite ist reichlich Öl vorhanden. „Die Reaktion der Produzenten lässt auf sich warten“, sagt der Hamburger Energieexperte Steffen Bukold. Saudi-Arabien, das innerhalb des Opec-Kartells sonst die Feinsteuerung des Marktes übernommen hat, will nicht allein seine Produktion kürzen. Dahinter steht ein Kampf um Marktanteile in Asien, wo für die Opec-Staaten die einzig wachsenden Absatzmärkte für ihr Öl liegen. Die Nachfrage nach Öl verläuft wegen der verhaltenen Weltkonjunktur zudem flau und kann den Preis nicht stützen.

  • Werden wegen des niedrigen Ölpreises nun Ölförderanlagen abgestellt?

    Das ist mittelfristig denkbar, geht aber nicht so schnell. Manche Förderanlagen könnten unrentabel werden, wenn der Ölpreis noch weiter fällt und dauerhaft niedrig bleibt. Ob es dazu kommt, ist noch nicht absehbar. Zudem bekommen viele Förderländer - auch Russland - bei einem Ölpreis deutlich unter 100 Dollar ein Problem mit der Finanzierung ihres Staatshaushalts. Bislang allerdings liegt der durchschnittliche Ölpreis für 2014 immer noch bei 106 Dollar, nach 109 im Vorjahr. Das ist für die Ölländer noch kein schlechtes Jahr.

  • Ist der gesunkene Rohölpreis voll bei den Endverbrauchern angekommen?

    Nach dem Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation sind die Preise für Energierohstoffe währungsbereinigt im September um 1,2 Prozent gefallen und gleichzeitig die Verbraucherpreise für Kraft- und Schmierstoffe um 0,4 Prozent gestiegen. Anders als in Frankreich und Italien. „Ein Teil des Anstiegs ist nur so zu erklären, dass fallende Rohstoffpreise nicht eins zu eins auf Verbraucherebene weitergegeben wurden“, heißt es in der Mitteilung der Stiftung. Die Branche bestreitet das: „Der harte Wettbewerb der Tankstellen in Deutschland sorgt dafür, dass der gesunkene Ölpreis über niedrigere Benzin- und Dieselpreise auch bei den Verbrauchern ankommt“, sagte ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Berlin.

  • Werden Ölprodukte in der nächsten Zeit noch billiger?

    Das kann niemand sagen. Schon bislang ist der Preisrückgang gebremst worden, weil der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verloren hat. Für einen Euro bekommt ein Ölimporteur nur noch 1,28 Dollar, das sind 10 Cent weniger als vor ein paar Monaten. Deshalb braucht er mehr Euro, um die gleiche Menge Dollar für den Ölkauf aufzubringen. Fällt der Euro noch weiter, ist das schlecht für den Autofahrer. Der Ölpreis selbst hat nach unten vielleicht weniger Luft als nach oben. Gibt die Opec bei ihrer nächsten Sitzung im November ein klares Signal, dann kann der Preis auch schnell wieder in den alten Preiskorridor oberhalb von 100 Dollar zurückkehren, meint Ölexperte Bukold.

Denn auch wenn Diesel derzeit an einigen Tankstellen kaum mehr als ein Euro kostet, wird an anderen Orten noch deutlich mehr fällig. Wie beim Benzin schwanken die Preise je nach Wochentag, Tageszeit und Region ganz erheblich. Auch deswegen lassen sich Trends vor allem am Durchschnittspreis ablesen. Der weist auch für Benzin nach unten. Derzeit werden laut ADAC für den Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt 1,262 Euro fällig. Vor einer Wochen waren es noch 1,275 Euro.

Dank des Preisverfalls beim Erdöl in der zweiten Hälfte 2014 hatten die Autofahrer bereits im vorigen Jahr durchschnittlich so günstig getankt wie seit vier Jahren nicht mehr - für 1,493 Euro je Liter E10 und für 1,350 je Liter Diesel. Rekordwerte wie 2012, als der Benzinpreis zeitweise auf 1,70 Euro stieg, liegen in weiter Ferne.

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Allerdings muss man auch für einen Dieselpreis von einem Euro recht weit zurückschauen. Den Daten des ADAC zufolge rutschte der Kraftstoff zuletzt am 23. März 2009 im bundesweiten Schnitt unter die 1-Euro-Grenze.

Auch damals kam den Autofahrern der niedrige Ölpreis zugute. Im Monatsdurchschnitt kostet Diesel jedoch bereits seit ziemlich genau zehn Jahren mehr als ein Euro je Liter. Vor 20 Jahren kostete der Liter umgerechnet noch 57 Cent.

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