Ohne Wachstum geht nichts: Zwangsregierung jetzt schon über Italienrettung zerstritten

Ohne Wachstum geht nichts: Zwangsregierung jetzt schon über Italienrettung zerstritten

Fehlstart in Rom: Die neue Zwangskoalition soll das Land aus dem wirtschaftlichen Koma erlösen – doch über die Therapie ist das neue Team zerstritten. Letta drängt: "Ohne Wachstum ist Italien verloren."

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Koalition ohne Gemeinsamkeit: der neue Ministerpräsident Enrico Letta von der italienischen Linkspartei PD

Es gibt italienische Unternehmer, die in der Misere ihres Landes auf den neuen Ministerpräsidenten Enrico Letta von der Linkspartei PD setzen. Zum Beispiel Andrea Guerra, Chef des Brillenimperiums Luxottica aus dem Dolomitennest Agordo, der 2012 weltweit Designergestelle für sieben Milliarden Euro verkauft hat: „Wir laufen Gefahr, unseren Kindern ein schlechteres Land zu hinterlassen, als wir es übernommen haben.

Darum sage ich: Forza Enrico!“ Anfeuernde Worte, wie sie die aus der Not geborene neue Koalition von Lettas Linkspartei PD und den Rechtspopulisten um den Ex-Premier Silvio Berlusconi (alter Schlachtruf: „Forza Italia!“) bitter nötig hat.

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Italiens neuer Ministerpräsident Enrico Letta muss sich ab heute um die Probleme der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone kümmern. Die sind immens. Dabei soll auch der gut vernetzte neue Wirtschaftsminister helfen.

Die gesamte italienische Wirtschaft ist ins Taumeln geraten, Unternehmen sterben wie die Fliegen. Das Ende der Rezession ist auch nach acht Quartalen nicht in Sicht, ein Viertel der Industrieproduktion ist weggebrochen. Allenfalls Exporteure von Luxusgütern wie Luxottica entziehen sich dem heimischen Trend.

„Ohne Wachstum ist Italien verloren“, sagte der 46-jährige Linkskatholik Letta beim Amtsantritt. Wie die neue große Koalition aber solide Haushaltspolitik und die Orientierung auf Wirtschaftswachstum unter einen Hut bringen will, ist noch ganz unklar.

Krise in Rom Italien läuft die Zeit davon

Die politische Eiszeit in Italien geht auch im Frühling weiter. Eine Regierung ist nicht in Sicht, Präsident Napolitano ist überfordert. Nun bricht auch Italiens Wirtschaft deutlich stärker ein als ohnehin befürchtet.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Letta skizzierte beim Regierungsantritt in 45 Minuten die Ziele seines schwierigen Bündnisses. Was er sagte: Er glaubt fest an ein politisches Europa. Neue Schulden lehnt er ab. Und nach dem von seinem Vorgänger Mario Monti mit harten Sparmaßnahmen erreichten Defizitabbau will Letta mit einem keynesianischen Ansatz die Rezession stoppen. An seiner Seite steht als parteiloser Finanzminister der 70-jährige bisherige Generaldirektor der Zentralbank Fabrizio Saccomanni, international erfahren und Vertrauter von EZB-Chef Mario Draghi.

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