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Opel: Welche Folgen die Schließung eines Opel-Werks hätte

von Bert Losse

Welche volkswirtschaftlichen Folgen hätte die Schließung eines Opel-Werks? Eine noch unveröffentlichte Studie rechnet dies am Beispiel des Werkes in Eisenach durch.

Opel-Werk Eisenach: Noch immer ist nicht klar, was GM mit Opel vorhat Quelle: AP
Opel-Werk Eisenach: Noch immer ist nicht klar, was GM mit Opel vorhat Quelle: AP

Was wird aus Opel? Noch immer ist nicht klar, was General Motors mit dem deutschen Ableger vorhat. Beobachter fürchten, dass die GM-Bosse versuchen, die Standorte in Europa gegeneinander auszuspielen. Ein Sanierungsplan ist für Ende November angekündigt; dann soll Klarheit herrschen, ob Standorte geschlossen werden.

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Ulrich Blum, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, hat in einer noch unveröffentlichten Studie untersucht, welche ökonomischen Folgen eine Schließung speziell des Werkes Eisenach auf Wertschöpfung, Jobs und Steuereinnahmen hätte – sowohl vor Ort als auch in Gesamtdeutschland. Datenbasis ist die Input-Output-Tabelle der deutschen Volkswirtschaft; diese wurde mithilfe der Mehrwertsteuerstatistik regionalisiert. Die zentrale Frage: Welche Multiplikatoreffekte haben die in Eisenach vergebenen Aufträge und gezahlten Löhne, was also würde ohne Opel bei Baufirmen, Versorgern, Dienstleistern und beim Konsum wegbrechen? Als Ergebnis sagt die Studie "erhebliche regionale wirtschaftliche Einbrüche" voraus, sollte der Standort dichtgemacht werden.

Strukturwandel dringend geboten

Die Gesamtausgaben des Werks lagen 2008 bei 1,5 Milliarden Euro, die Bruttowertschöpfung taxiert Blum auf rund 700 Millionen Euro. Neben den rund 1700 Beschäftigten, die ihren Job verlieren würden, seien bei einem Aus für Opel Eisenach über 5100 Jobs im "Mitteldeutschen Wirtschaftsraum" MWR (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt) bedroht – und rund 15.000 im restlichen Bundesgebiet, etwa bei Zulieferern. Die Mindereinnahmen für die Staatskasse beziffert Blum auf 110 Millionen Euro jährlich für den MWR (vor Länderfinanzausgleich) und auf insgesamt 272 Millionen Euro für die anderen Bundesländer.

Der Ökonom will die Ergebnisse gleichwohl nicht als Appell für einen unbedingten Erhalt des Werks verstanden wissen. Die Studie betrachte nicht, "inwieweit ein Erhalt des Werks bei anderen Werken von Opel oder konkurrierenden Anbietern zu Schließungen führen und damit ähnliche Effekte auslösen könnte". Blum hält einen Strukturwandel für dringend geboten: „Bei einer Produktionskapazität von rund acht Millionen Fahrzeugen in Europa und einer weltweit zurückgegangenen Nachfrage stellt sich für die gesamte Industrie das Strukturproblem, Produktionskapazitäten und Nachfrage zur Deckung zu bringen.“

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10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.11.2009, 11:30 UhrAnonymer Benutzer: grassus

    Es wird so langsam zeit, die nervtötende Opel-berichterstattung zu beenden. Die fakten sind klar, Opel ist klinisch tot, darf aber nicht sterben, Also ist Koma auf Steuerzahlerkosten angesagt. Alle sogenannten wissenschaftliche Untersuchungen etc. sind blindleistung und dienen nur interessierten Lagern.
    ich biete die Wette an, dass das Drama noch in 5 Jahren nicht beendet ist, da die Politamateure nicht in der Lage sind auf Fakten mit Konsequenzen zu reagieren.

  • 24.11.2009, 22:23 UhrAnonymer Benutzer: Ökognom

    Wird in der DDR ein Opelwerk geschlossen, dann werden die Arbeitsplätze in der bRD dadurch gerettet. So funzt der Sozialdarwinismus.

  • 24.11.2009, 20:37 UhrAnonymer Benutzer: Observer

    bewian bringt es mal wieder auf den Punkt.

    Soziale Marktwirtschaft ist ein faires System, welches als "Gerecht" empfunden wird - auch wenn mal selbst betroffen ist.

    Der Trend zum Planwirtschaftskapitalismus aus Staat und Grosskonzernen dagegen wird als willkürlich empfunden. Da er im Gegensatz zur Sozialen Marktwirtschaft aber volkswirtschaftlich völlig ineffizient ist, führt er uns langfristig dorthin, wo alle undemokratischen Planwirtschaften landen - in den Staatskonkurs.

    bitte lieber Staat mache Ordnungspolitik und halte Dich bei einzelnen Firmen einfach raus auch wenn's schwer fällt nicht immer wichtig tun zu müssen.

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