Paradoxe Zuversicht: Mit Deutschland geht's bergab, aber mir geht's gut

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Paradoxe Zuversicht: Mit Deutschland geht's bergab, aber mir geht's gut

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Versteh einer die Deutschen: Für ihre private Zukunft sehen sie rosarot, für die ihres Landes dunkelschwarz.

Es kann nur besser werden: Laut einer Umfrage der Allianz blicken die Deutschen zuversichtlich ins neue Jahr. Und zwar für ihr Privatleben. Nur die Lage der Nation beurteilen sie negativ.

1510 Menschen hat die Allianzversicherung gefragt: "Nennen Sie uns etwas, dem Sie mit großer oder zumindest mit Zuversicht entgegen sehen." Und die Antwort fiel - zumindest für deutsche Verhältnisse - überraschend aus. So sagten nämlich 62 Prozent der Befragten, dass sie zuversichtlich bis sehr zuversichtlich sind, was ihr Privatleben im kommenden Jahr anbelangt. Am optimistischsten blickten die Hessen in ihre private Zukunft: Von ihnen sagten 74 Prozent, dass sie ihre persönliche Situation in den nächsten zwölf Monaten mit großer Zuversicht beurteilen. Danach folgen die Nordrhein-Westfalen mit 66 Prozent Optimisten.

Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet, hat für das regionale Optimismus-Gefälle eine einfache Erklärung: "Die hessischen Unternehmen wirtschaften erfolgreich und können beeindruckende Exportzahlen vorweisen", sagt er. "Das befeuert die Zuversicht für das kommende Jahr."

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Düstere Lage der Nation

Das Kuriose ist, dass trotz allem privaten Optimismus nur 33 Prozent davon ausgehen, dass es auch Deutschland im nächsten Jahr gut gehen wird. Nur sechs Prozent der Befragten sagten, sie seien sehr zuversichtlich, was die Entwicklung ihres Landes im kommenden Jahr anbelangt, 27 Prozent bezeichneten sich immerhin als zuversichtlich. Weitere 38 Prozent bezeichneten ihren Gemütszustand als zwiespältig ("teils/teils"). Bleiben noch 29 Prozent übrig, die sich ganz sicher sind ("ich mache mir eher Sorgen" bis "ich mache mir große Sorgen um die Gesamtsituation in Deutschland in den nächsten 12 Monaten"), dass im kommenden Jahr in Deutschland das Licht ausgeht: der Strom wird teurer, die Inflation frisst alles und jeden inklusive Ersparnisse, Südeuropa zieht alle mit sich hinunter, der Klimawandel beschert Schnee im August und 30 Grad im Dezember, außerdem werden wir von den Chinesen überrannt.

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Auch um den Arbeitsmarkt machen sich die Menschen Sorgen: Nur 24 Prozent beurteilen die Arbeitsmarktsituation im nächsten Jahr positiv. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr. "Die Skepsis für den Arbeitsmarkt 2013 schlägt auf die Einschätzung der Sicherheit des eigenen Jobs durch", erklärt Brettschneider.

Schizophrene Einstellung

Privat wird also alles gut, obwohl Deutschland vor die Hunde geht und es keine Jobs mehr gibt. Das klingt ein wenig nach: "Mag es 2013 auch Bomben regnen, es wird mein Jahr" - wie das zusammengehen soll, beantwortet die Studie aber leider nicht.

So sind auch 57 Prozent überzeugt, dass ihre persönliche finanzielle Lage im kommenden Jahr in Ordnung sein wird - obwohl offensichtlich so viele fürchten, den Job zu verlieren oder keinen zu bekommen.

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