Plus im Februar: Deutsche Industrie fährt mehr Aufträge ein

ThemaKonjunktur

Plus im Februar: Deutsche Industrie fährt mehr Aufträge ein

, aktualisiert 04. April 2014, 11:09 Uhr
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Besonders in der Chemieindustrie gab es im Februar Zuwächse.

Die deutsche Industrie hat im Februar dank der steigenden Nachfrage aus dem Inland und der Euro-Zone den vierten Monat in Folge mehr Aufträge erhalten. Die Bestellungen legten um 0,6 Prozent zum Vormonat zu.

Die deutsche Industrie trotzt der Krim-Krise und dem Abschwung in großen Schwellenländern. Sie zog im Februar dank der anziehenden Nachfrage aus dem Inland und der Euro-Zone den vierten Monat in Folge mehr Aufträge an Land - das ist die längste Erfolgsserie seit rund vier Jahren. Die Bestellungen legten um 0,6 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Januar fiel der Zuwachs mit 0,1 Prozent allerdings deutlich geringer aus als zunächst mit 1,2 Prozent angegeben. "Die Daten sprechen für eine weitere Belebung der Industrieproduktion in den kommenden Monaten", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu.

Die Nachfrage aus dem Inland zog um 1,2 Prozent an, die aus dem Ausland um 0,2 Prozent. Dabei wuchs das Neugeschäft mit den Euro-Ländern um 5,9 Prozent, das mit dem Rest der Welt schrumpfte dagegen um 3,1 Prozent. "Erfreulich ist, dass die Aufschwungkräfte der Euro-Zone die Turbulenzen in einigen Schwellenländern mehr als ausgleichen", sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Alexander Schumann. Krisenländer wie Spanien und Italien haben inzwischen ihre Rezession hinter sich gelassen und wachsen wieder leicht. Für die deutsche Industrie ist die Währungsunion nach wie der wichtigste Absatzmarkt.

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In vielen der lange boomenden Schwellenländer wie der Türkei läuft es dagegen nicht mehr so rund. Die Abwertung der dortigen Währungen im Zuge der Straffung der Geldpolitik in den USA macht deutsche Waren deutlich teurer. Hinzu kommt noch die Krim-Krise, durch die mit Russland der lange Zeit wichtigste Handelspartner Deutschlands in Osteuropa in eine Rezession zu rutschen droht.

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Ökonomen sagen aber wegen der robusten Binnenkonjunktur ein kräftiges Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal voraus. "Die Auftragsbücher sind gut gefüllt", sagte Thomas Amend von HSBC Trinkaus. "Das stützt die Konjunktur, weil die Produktionstätigkeit hoch bleiben dürfte." Die größten Impulse sollen aber nicht vom Export, sondern vom Konsum kommen. "Deutschland kann sich jetzt auf die Verbraucher als Konjunkturstütze verlassen", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Der Konsum übernimmt die tragende Rolle im Aufschwung, während die exportabhängige Industrie unter einigen externen Problemen wie der Krim-Krise leidet." Optimisten trauen der deutschen Wirtschaft zu, dass sie von Januar bis März etwa doppelt so schnell gewachsen ist wie im vierten Quartal 2013 mit 0,4 Prozent.

Besonders kräftig stiegen im Februar die Aufträge für Vorleistungen wie Chemikalien mit 1,2 Prozent. Bei den Investitionsgütern, zu denen beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge gehören, gab es ein Wachstum von 0,4 Prozent. Die Nachfrage nach Konsumgütern schrumpfte dagegen um 0,8 Prozent.

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