Post aus Harvard: Kommt Inflation oder Deflation? - Seite 2

Post aus Harvard: Kommt Inflation oder Deflation?

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Die Makler auf der New Yorker Quelle: REUTERS
Die Makler auf der New Yorker Börse warten auf Inflation oder Deflation. Quelle: REUTERS

Nein, es ist anders. Die jüngste Schwäche der US-Preise unterscheidet sich deutlich von der in Japan herrschenden Lage. Die Nullinflation der vergangenen drei Monate war ein einmaliges Ereignis, das durch den Rückgang der Energiepreise bedingt wurde. Die anderen, breiter angelegten Komponenten des Verbraucherpreisindex, haben sich in den letzten Monaten erhöht, und der Gesamtindex ist während der letzten zwölf Monate um etwa zwei Prozentpunkte gestiegen.

Darüber hinaus zeigt eine Studie zu den Erwartungen der Verbraucher, dass die US-Haushalte sowohl für das kommende Jahr als auch für die weitere Zukunft von Preissteigerungen über zwei Prozent ausgehen. Die erwartete Inflationsrate stimmt mit der Zinsdifferenz zwischen normalen US-Staatsanleihen und inflationsgeschützten US-Schatzanleihen überein. Angesichts dieser Erwartungen haben die Verbraucher keinen Grund, Einkäufe zurückzustellen.

Der Prozess ist am Ende

Ein zweiter Grund für die relativ niedrige Inflation der letzten Jahre war der vorübergehende Rückgang der Produktionskosten. Während die Unternehmen während des Abschwungs Arbeitsplätze abbauten, sank die Produktion langsamer. Die resultierende Produktivitätszunahme pro Arbeitnehmer verringerte gemeinsam mit dem langsamen Anstieg der Löhne die Lohnstückkosten. Dieser Prozess geht nun angesichts steigender Beschäftigungszahlen seinem Ende entgegen.

Die gute Nachricht ist also, dass die Gefahr einer signifikanten Inflation oder Deflation in den nächsten Jahren auf der Liste der Risiken für die US-Volkswirtschaft und die Finanzinvestoren weit unten steht.

Zwar dürfte die Inflation während der nächsten Jahre sehr wahrscheinlich niedrig bleiben, doch ich finde es verwirrend, dass Anleger scheinbar auch für die kommenden zehn Jahre und darüber hinaus von ebenso niedriger Inflation ausgehen. Stattdessen sollten Investoren höhere Zinsen als Ausgleich dafür verlangen, dass das Haushaltsdefizit in der Zukunft einen Anstieg des realen Zinsniveaus verursachen wird.

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9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.11.2010, 17:56 UhrAnonymer Benutzer: Stinki

    Was für ein Artikel! Wieder einer derjenigen, der die Quadratur des Kreises erläutert. Menschenverstand scheint irgendwie anders zu funktionieren: wer sollte denn die vielen Waren kaufen, die zu einer inflation führen könnten? Der US-Verbraucher vielleicht? Der hat Schulden bis zur Halskrause und so gut wie kein Vermögen. Fallende Häuserpreise, restriktive Kreditvergabe, steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Löhne - macht die Augen auf: das sind die Zutaten für eine lupenreine Deflation! Da kann die Fed noch so viele Anleihen kaufen, das Geld landet eben NiCHT bei den Verbrauchern, sondern fließt direkt in die Aktienmärkte oder in Derivate, ganz nach dem Motto: seht her, wie toll alles bei uns ist! im Moment geht es einzig um die Aufrechterhaltung der Märkte und des ach so "stabilen" Dollars. Von marktwirtschaflicher Preisbildung an den Aktienmärkten kann man über dem Teich schon lange nciht mehr reden.
    Das ist Augenwischerei und wird böse enden, wenn dieses potemkinsche Dorf ins sich zusammenfallen wird.

    Nur meine Meinung. Wir werden sehen.

  • 08.07.2010, 17:04 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @Fred Feuerstein: ich glaube nicht, dass die inlandsnachfrage für deutsche Konzerne so wichtig ist. Wichtiger ist der Export, und der wird auch ganz massiv unterstützt. Das hatten wir schon mal, es hieß "Merkantilismus" und führte zu zahlreichen blutigen Revolutionen im alten Europa.
    Da jedoch Rentner ungern auf barrikaden gehen, ist ein Umsturz kaum zu erwarten; stattdessen wird man weiter zunehmend den Export durch die inlandsbesteuerung und Subventionen fördern.

  • 05.07.2010, 22:21 UhrAnonymer Benutzer: Fred Feuerstein-

    bei einem rigorosem Sparkus in der EU--werden FR + Dummland die übrige EU sehr schnell in eine Nachfrage-Krise stürzen.

    Stagflation.

    Dannach das übliche eben a bissel Päng Peng

    aber ist auch reinigend--wenn ein island Effekt eintreten würde + das Polit-Parsiten-Pack das weite suchen würde.

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