Post aus Harvard: Mehr Protektionismus durch Klimaschutz?

kolumnePost aus Harvard: Mehr Protektionismus durch Klimaschutz?

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Ökonom Martin Feldstein

Kolumne

Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen wollen im Dezember 150 Staaten über neue Wege der CO2-Reduktion beraten. Ökonomisch weit sinnvoller als der geplante weltweite Emissionshandel wäre eine CO2-Steuer, sagt Harvard-Ökonom Martin Feldstein.

Wissenschaftliche Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Anhäufung von CO2 in der Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl und Erdgas) zur stufenweisen globalen Erwärmung beiträgt, die wiederum langfristige negative Effekte auf die Lebensbedingungen weltweit hat. Aus diesem Grund treffen sich Vertreter aus über 150 Ländern im Dezember in Kopenhagen, um darüber zu diskutieren, wie sich der CO2-Ausstoß verringern lässt.

Dabei besteht eine ernsthafte Gefahr. Die internationale Einführung eines Systems von Emissionsobergrenzen und der Handel mit Emissionsrechten („Cap and Trade“)  könnte protektionistische Maßnahmen provozieren. Die Cap-and-Trade-Strategien sollen langfristig ökologische Schäden verringern -  kurzfristig können sie jedoch große ökonomische Schäden verursachen.

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Welche Alternativen haben wir? Ein häufig vorgebrachter Vorschlag ist die Einführung einer Steuer auf alle CO2-Emissionen. Bezahlt würde diese Steuer von Betrieben, die im Verlauf des Produktionsprozesses CO2 ausstoßen oder Produkte wie etwa Benzin verkaufen, die im Gebrauch zu CO2-Emissionen führen. Eine derartige Steuer würde Elektrizitätsunternehmen und Industriebetriebe motivieren, zur Verringerung der CO2-Emissionen andere Methoden anzuwenden, wenn die Kosten dafür geringer sind, als die Steuern, die andernfalls bezahlt werden müssten.

Die aufgrund der Emissionsverringerungen  - und der fälligen Steuern - entstehenden höheren Kosten der Produktion würden selbstverständlich an den Verbraucher in Form höherer Preise weitergegeben werden. Die Verbraucher wiederum würden auf diesen Preisanstieg bei emissionsintensiven Produkten mit dem Umstieg auf andere Produkte und Dienstleistungen reagieren, die mit weniger CO2-Emissionen belastet sind.

Niederigere Kosten durch individuellen Anreiz

Eine CO2-Steuer würde jeder Firma und jeden Haushalt die gleichen Kosten für den Ausstoß von CO2in die Atmosphäre aufbürden. Mit diesem einheitlichen individuellen Kostenanreiz könnte das C02zu insgesamt niedrigeren Kosten gesenkt werden, als durch verschiedene administrative Maßnahmen wie Verbrauchsnormen für Autos oder Standards in der Produktionstechnologie  (beispielsweise ein Mindestanteil erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung).

Wegen den hohen öffentlichen Widerstands haben CO2-Steuern dennoch keine Chance. Die Regierungen konzentrieren sich lieber auf die Etablierung eines ein Emissionshandelssystem. Damit können die Kosten für CO2-intensive Produkte erhöht werden, ohne explizit eine Steuer einzuheben.

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