Post aus Harvard: Reagiert die Fed zu spät, kommt die Inflation

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kolumnePost aus Harvard: Reagiert die Fed zu spät, kommt die Inflation

Kolumne von Martin S. Feldstein

Die Anleihekäufe der US-Notenbank Fed haben den Preisauftrieb bisher nicht erhöht. Denn die Banken parken das Zentralbankgeld bei der Fed gegen Zinsen. Zudem halten sich die Bürger mit dem Geldausgeben zurück. Das aber könnte sich bald ändern.

Warum kommt es in Amerika nicht zu höherer Inflation, obwohl die Notenbank Fed so viel Geld druckt? In den vergangenen fünf Jahren ist der Index der Verbraucherpreise im Schnitt nur um 1,5 Prozent gestiegen. Auch der von der Fed bevorzugte Preisindex für die privaten Konsumausgaben ohne Lebensmittel und Energie legte in dieser Zeit um lediglich 1,5 Prozent zu.

Auf der anderen Seite hat die Fed im selben Zeitraum so viele Anleihen gekauft wie noch nie. Sie erwarb für mehr als zwei Billionen Dollar Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere. Das war pro Jahr annähernd zehn Mal mehr als im Jahrzehnt davor. Allein im vergangenen Jahr stieg der Anleihebestand in der Bilanz der Fed um mehr als 20 Prozent.

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Historische Lehren

Die Geschichte zeigt, dass eine rapide wachsende Geldmenge zu hoher Inflation führt. Beispiele dafür sind die deutsche Hyperinflation der Zwanzigerjahre und die Inflation in Lateinamerika in den Achtzigerjahren. In den USA haben relativ geringe Zuwächse der Geldmenge die Inflation in die Höhe getrieben. In den Siebzigerjahren wuchs die Geldmenge um durchschnittlich 9,6 Prozent. Damals lag die Inflation im Schnitt bei 7,4 Prozent, dem höchsten Wert der vergangenen 50 Jahre. In den Neunzigerjahren wuchs die Geldmenge im Schnitt nur um 3,9 Prozent, die Inflationsrate lag bei 2,9 Prozent.

Geldentwertung Das Märchen von der Inflationsangst

Das Vertrauen in den geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank ist intakt, die Furcht vor der Geldentwertung nimmt ab. Das zeigt eine exklusive Umfrage. Warum es die viel zitierte Inflationsangst nicht mehr gibt.

Die Deutschen haben  davor, dass ihr mühsam Verdiente und Ersparte an Wert verliert. Doch wie Rotkäppchen ist die Geschichte von der Angst nur ein Märchen. Quelle: Getty Images

Vor diesem Hintergrund erscheint es rätselhaft, warum die Anleihekäufe der Fed in den vergangenen Jahren keine inflationären Prozesse ausgelöst haben. Um dies zu verstehen, muss man unterscheiden zwischen der Geldmenge, die die Zentralbank in das Bankensystem pumpt, und der Geldmenge, die sich im Besitz der Nichtbanken befindet. Letztere ist die für die Inflation relevante Geldmenge. Sie setzt sich aus dem Bargeld und den Einlagen der Unternehmen und der privaten Haushalte bei den Geschäftsbanken zusammen.

Bisher galt, dass diese Geldmenge schneller stieg, wenn die Notenbank mehr Anleihen kaufte. Die Finanzkrise von 2008 hat diesen Zusammenhang jedoch außer Kraft gesetzt. Die Fed hat in großem Umfang Anleihen gekauft, ohne dass die Geldmenge in Händen der Privaten und die Inflation gestiegen sind. Entscheidend für den Zusammenhang zwischen Anleihekäufen und Geldmenge sind die Überschussreserven der Geschäftsbanken. Dabei handelt es sich um Einlagen, die die Banken bei der Notenbank halten. Wenn die Notenbank Wertpapiere von einer Bank kauft, schreibt sie ihr den Gegenwert auf dem Zentralbankkonto als Überschussreserve gut.

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