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Post aus Harvard: Teufelskreis dreht sich weiter

Kolumne von Martin Feldstein

Trotz erster Entspannungssignale bleibt der US-Immobilienmarkt eine Gefahr für die Weltwirtschaft. Harvard-Ökonom Martin Feldstein erklärt warum.

Martin Feldstein ist Professor der Harvard-Universität. Der renommierte US-Ökonom schreibt jeden Monat exkulsiv für WirtschaftsWoche und wiwo.de. Quelle: Laif/Polaris
Martin Feldstein ist Professor der Harvard-Universität. Der renommierte US-Ökonom schreibt jeden Monat exkulsiv für WirtschaftsWoche und wiwo.de. Quelle: Laif/Polaris
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Amerikas Banken und Verbraucher warten bange auf die neuesten Daten vom Häusermarkt. Sie hoffen, dass der Absturz der Immobilienpreise endlich zum Stillstand kommt. Die vor kurzem veröffentlichten Daten hatten zwar keinen weiteren Verfall verzeichnet. Doch erst wenn sich der Trend bestätigt, wird eine weitere Erosion der Privatvermögen verhindert und die Kapitalposition der Banken gestärkt.

Die neuesten Zahlen vom Mai und Juni ermutigen zwar, doch sie könnten auch vorübergehenden Umständen geschuldet sein: So waren die Zinssätze für Hypothekenkredite im März und April unter fünf Prozent gefallen, haben aber seitdem wieder kräftig angezogen. Ein staatliches Subventionsprogramm für erstmalige Hauskäufer könnte darüber hinaus kurzfristig neue Nachfrage ausgelöst haben. Außerdem starteten die Banken ein freiwilliges Moratorium auf Zwangsvollstreckungen, wodurch das Angebot vom Markt ferngehalten wurde. Wir müssen also auf die Statistik der Immobilienpreise für Juli warten, um herauszufinden, ob die Trendwende nachhaltig ist.

Teufelskreis Immobilienkrise

Man darf die Immobilienmisere auf keinen Fall als innere Angelegenheit Amerikas abtun. Als im Sommer 2006 in den USA die Immobilienblase platzte, löste dies die globale Finanz- und Wirtschaftskrise aus. Der darauf folgende starke Preisverfall verursachte einen dramatischen Rückgang der Privatvermögen, was wiederum zu niedrigeren Verbraucherausgaben und einem allgemeinen Rückgang des Bruttoinlandprodukts führte. Heute ist das Hauseigentum um 30 Prozent gesunken, was einem Rückgang der Privatvermögen von über sechs Billionen Dollar entspricht.

Seitdem stecken die Amerikaner in einem Teufelskreis. Der Verfall der Immobilienpreise hat zu einem steileren Anstieg der Hypothekenausfälle und Zwangsvollstreckungen geführt, wodurch das Immobilienangebot wuchs und die Preise noch tiefer in den Keller rutschten. Aufgrund dessen ist ein Drittel der US-amerikanischen Hauseigentümer mit Hypotheken bereits „unter Wasser“. Das bedeutet, ihre Hypothekenschuld übersteigt den Wert ihrer Häuser. Bei einem Sechstel von ihnen ist die Schuld 20 Prozent höher als der Preis ihrer Immobilie.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.08.2009, 15:34 UhrAnonymer Benutzer: steigenberger

    SPANiEN teilweise in den Fussstapfen der USA.

    Auch in Spanien gibt es eine immoblase von gewaltigem Ausmass !
    Auch dort braucht man als Hypothekenschuldner nur den wohnungsschlüssel an die bank zurückzugeben u. hat dann mit der Angelegenheit nichts mehr zu tuen.
    Da in Spanien die Hypotheken oft über 40 Jahre ! laufen haben viele noch kaum getilgt u. können ohne grosse Verluste aus der immobilie herauskommen.
    Die span. banken stehen vor einfallslos gebauten Appartementsilos ala Marzahn u. können sehen wie sie restwerte realisieren.
    Eine Zeitlang werden die Halden in Zweckgesellschaften geparkt um den Markt zu stabilisieren.
    Je höher die Arbeitslosigkeit steigt - Richtung 20 % + - je länger die Krise anhält, desto grösser wird das Volumen an appartamentos die irgendwann verramscht werden müssen.
    Das schlimmme ist, die banken haben oft 120% Finanzierungen gemacht u. auf Wertzuwachs spekuliert, jetzt liegen die Preise schon nur noch bei 65% u. es wird weiter abwärts gehen Richtung 35%. Das spanische Hypothekenkreditvolumen liegt bei über 700 Milliarden Eu. u. der Clou, die spanischen banken haben Refinanzierungen bei der EZb in Höhe von über 100 Milliarden Eu. gemacht indem sie hypotheken mit Abschlag bei der EZb gegen frisches Geld abgegeben haben.
    Jetzt hat auch die EZb u. Herr Trichet ein immobilienproblem !!

  • 29.08.2009, 12:42 UhrAnonymer Benutzer: Jens

    ich bin sicher, den Amis wird es weiterhin gelingen, dem Rest der Welt ihre finanziellen Risiken anzudrehen. Dafür sind die anderen schlicht zu dämlich. Solange wie man als bankmänätscher trotzdem seine boni bekommt, ist Dämlichkeit kein Nachteil.

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