Preise in Europa: Inflation in Euro-Zone steigt auf zwei Prozent

Preise in Europa: Inflation in Euro-Zone steigt auf zwei Prozent

, aktualisiert 02. März 2017, 11:04 Uhr
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Eine Preissteigerung von zwei Prozent ist für viele Verbraucher in Europa Realität.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Preise in Europa sind im Februar um zwei Prozent gestiegen. In Deutschland war die Teuerungsrate besonders hoch. Wo Verbraucher tief in die Tasche greifen müssen.

FrankfurtDie Inflation in der Euro-Zone ist im Februar um durchschnittlich 2,0 Prozent im Vergleich im Vorjahresmonat gestiegen. Das teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag mit. Bereits im vergangenen Monat mussten die Verbraucher in Europa einen deutlichen Preisanstieg hinnehmen. Damals erhöhte sich die Inflationsrate um 1,8 Prozent – und war damit so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr.

Die Teuerung im Euro-Raum kommt immer wieder näher an das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Diese erachtet eine Teuerungsrate von zwei Prozent als ideal für die Wirtschaftsentwicklung. Die Währungshüter erachten knapp zwei Prozent Inflation als ideales Niveau für die Wirtschaftsentwicklung. Bereits seit dem Frühjahr 2013 verfehlen sie diese Marke.

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In Deutschland ist die Zwei-Prozent-Hürde inzwischen genommen. So gab das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekannt, dass Waren und Dienstleistungen dort im Februar 2,2 Prozent mehr kosteten als im Jahr zuvor. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise haben die Inflation erstmals seit viereinhalb Jahren über die „magische Marke“ getrieben.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur 2,1 Prozent erwartet, nach 1,9 Prozent im Januar. Die Teuerungsrate liegt nun erstmals seit 2012 über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Energie verteuerte sich mit 7,2 Prozent besonders stark, vor allem Heizöl, Benzin und Diesel. Das Ölkartell Opec hatte sich Ende vorigen Jahres im Kampf gegen eine Überangebot auf eine Förderkürzung geeinigt, was für steigende Preise sorgt. Nahrungsmittel kosteten 4,4 Prozent mehr als im Februar 2016, unter anderem wegen Missernten in südeuropäischen Ländern. Die EU-Kommission sagt Deutschland für 2017 eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,9 Prozent voraus, was fast viermal so viel wäre wie 2016.


„Zinserhöhungen frühestens 2018“

Nicht nur Energie und Nahrungsmittel, sondern auch viele andere Waren und Dienstleistungen dürften bald teurer werden, erwartet Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. „Grund dafür ist die gute Konjunktur mit steigender Beschäftigung“, sagte er. „Das eröffnet den Unternehmen Spielräume, höhere Kosten – etwa durch steigende Importpreise infolge des abgewerteten Euro - auf die Kunden umzulegen.“

Damit wächst der Druck auf die EZB, die geldpolitische Wende vorzubereiten. Sie hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um eine Deflation – einen Preisverfall auf breiter Front – zu verhindern. Außerdem pumpt sie über Anleihenkäufe Milliarden in die Wirtschaft. „Die EZB wird unter starken Druck kommen, ihre ultralockere Geldpolitik zurückzufahren“, sagte Bargel. Sie könne deshalb in diesem Jahr verkünden, die Anleihenkäufe weiter zu drosseln. „Zinserhöhungen sind aber frühestens 2018 zu erwarten.“

Nicht nur in Deutschland, auch in der gesamten Euro-Zone müssen Verbraucher nach Expertenschätzungen mit höheren Preisen rechnen. Die Inflation in der Euro-Zone könnte nach Einschätzung der Bundesbank dieses Jahr wegen gestiegener Ölpreise weit über den bisherigen Prognosen liegen. Für Deutschland werde eine Revision um etwa einen halben Prozentpunkt nach oben erwartet, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Mittwoch auf einer Veranstaltung in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. „Und dies könnte auch für die Euro-Zone als Ganzes der Fall sein.“ Das gelte unter der Annahme, dass die Ölpreise nicht noch weiter anzögen. Zum Jahresende hin rechnet Weidmann dann mit einer Rückkehr zu etwas geringeren Teuerungsraten. Weidmann ist in vielen Punkten ein Kritiker des laxen Kurses von EZB-Chef Mario Draghi.

Quelle:  Handelsblatt Online
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