Preisentwicklung: Inflation auf niedrigstem Stand seit 2010

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Preisentwicklung: Inflation auf niedrigstem Stand seit 2010

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Gegen den Trend verteuerten sich Lebensmittel um 4,1 Prozent.

Die Inflation fällt auf den niedrigsten Wert seit knapp zweieinhalb Jahren. Die Preisentwicklung für Energie und das Wegfallen der Praxisgebühr haben dazu beigetragen. Allerdings verteuerten sich die Lebensmittel.

Der langsame und stille Verlust des Ersparten durch die schleichende Entwertung des Geldes - wenige Wörter verursachen beim deutschen Sparer mehr Kopfschmerzen als "Inflation". Die Sorge ist historisch begründet, sind doch die Erfahrungen durch die Weimarer Republik in Erzählungen der Großeltern und Geschichtsunterricht stets präsent. Besonders die Entwicklungen der Schuldenkrise und die Geldpolitik der EZB haben die Ängste der Deutschen wegen der Inflation wieder hervorgerufen.

Doch vorerst scheint es keinen Grund für die Sorgen zu geben - denn die Inflation in Deutschland ist weiter auf dem Rückzug. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilte am Montag mit, dass die Jahresteuerung von 1,4 Prozent im März auf 1,2 Prozent im April zurückging. Die Statistiker berufen sich dabei auf vorläufige Schätzungen. Damit wäre es der niedrigste Inflationsstand seit September 2010.

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Vor allem Pauschalreisen wurden billiger (minus 3,3 Prozent). Weniger mussten die Verbraucher auch für Heizöl und Sprit zahlen. Teurer wurden hingegen Nahrungsmittel (plus 4,1 Prozent), insbesondere Fleisch, Obst und Gemüse, wie die Statistiker auf Anfrage erklärten.

Die Inflation in Deutschland ist seit Jahresbeginn auf dem Rückzug. Dazu trug auch die Abschaffung der Praxisgebühr von 10 Euro Anfang 2013 bei. Die Europäische Zentralbank peilt eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent als stabiles Preisniveau an. Für den Euroraum gehen die Währungshüter davon aus, dass die Teuerung 2013 trotz der nach wie vor weit geöffneten Geldschleusen der EZB unter die Zielmarke von 2,0 Prozent sinken wird. Kritiker befürchten, dass die lockere Geldpolitik der Notenbank mittelfristig die Inflation anheizen könnte.

Pauschalreisen 20,5 Prozent billiger, Heizöl kostet weniger

Christian Schulz, Volkswirt bei der Berenberg Bank, sieht derzeit allerdings keine Gefahren für die Preisstabilität in Deutschland. Im April habe unter anderem der deutliche Rückgang des Ölpreises den Anstieg der Lebenshaltungskosten gedämpft. Der Experte sieht insgesamt Spielraum für eine weitere Senkung der Leitzinsen im Euroraum. Von Reuters befragte Analysten hatten zuvor damit gerechnet, dass die Inflationsrate auf dem März-Wert von 1,4 Prozent verharrt.

Binnen Monatsfrist sanken die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Pauschalreisen wurden um 20,5 Prozent billiger, im Ostermonat März waren sie um 9,5 Prozent gestiegen. Auch Heizöl kostete gegenüber März 2013 weniger. Auto- und Motorradfahrer mussten hingegen tiefer in die Tasche greifen als im Vormonat. Die Nachfrage nach Kraftstoffen steige mit Beginn des schönen Wetters und damit kletterten in der Regel auch die Benzin- und Dieselpreise, sagte ein Experte des Statistischen Bundesamtes.

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