ThemaKonjunktur

Preissteigerung: Deflation könnte Inflation überholen

26. Januar 2013
von Saskia Littmann

Seit langem wird die Inflation herbei geredet, Anleger sind aus Angst vor Preissteigerungen in Gold und Immobilien geflüchtet. Passiert ist bisher nichts. Zumindest kurzfristig droht ein ganz anderes Problem: Deflation.

Die einen fürchten Sie, die anderen sehnen Sie herbei: Inflation. Während in Deutschland die Angst vor hohen Teuerungsraten zu einem Dauerzustand geworden ist, pumpen Japans Notenbanker immer mehr Geld in den Markt, um die dort anhaltende Deflation zu bekämpfen und wenigstens eine leichte Inflation zu erzeugen.

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Erneut ist es also die lockere Geldpolitik der Notenbanken rund um den Globus, die Zündstoff für Diskussionen liefert. Die Entscheidung der Japaner, unbegrenzt Anleihen kaufen zu wollen und dafür die Drucker anzuschmeißen, wird scharf kritisiert. Einige werfen den Notenbankern vor, sie wollten mit ihrer expansiven Geldpolitik vor allem die eigene Währung schwächen. Wertet der Yen ab, werden japanische Produkte im Ausland billiger – davon kann eine derart exportorientierte Wirtschaft stark profitieren. Bisher wehrt sich Japans Notenbank gegen die Vorwürfe, auch andere Zentralbanken dementieren vorbeugend Gerüchte um einen globalen Abwertungswettlauf. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) betont immer wieder, dass die Notenbank ihr Mandat, die Preisstabilität, nicht aufgeben werde.

Währungshüter am Scheideweg

Trotzdem stehen die Währungshüter am Scheideweg. Sollen sie weiter Geld drucken und damit die Konjunktur ankurbeln? Oder wird es langsam Zeit, das Geld wieder abzuziehen? Ausgerechnet aus den USA, dem Heimatland des Gelddruckens, kommen Zweifel an der lockeren Geldpolitik. Einige Notenbanker der Fed warben zuletzt darum, die Anleihekäufe der Zentralbank lieber früher als später zu beenden. „Aus meiner Sicht sind die Risiken aus den Käufen seit Anfang 2012 höher als die damit erzielten Vorteile“, sagte US-Notenbanker Jeff Lacker dem „Handelsblatt“.

Inflation Steigen die Preise – oder steigen sie nicht?

Die Deutschen fürchten um den Wert ihres Geldes. Dabei sind die Preise noch sehr stabil. Sind die Ängste überhaupt berechtigt? Zehn Fragen und Antworten zur Inflation.

Inflation: Steigen die Preise – oder steigen sie nicht?

Allerdings hat die Fed ihre geldpolitischen Maßnahmen bisher immer mit der relativ hohen Arbeitslosenquote in den USA gerechtfertigt. Solange die nicht auf ein akzeptables Maß sinkt, dürften zumindest die Leitzinsen niedrig bleiben. Erst wenn die Quote auf unter 6,5 Prozent sinkt, werde wieder über höhere Zinsen nachgedacht. Damit rechnet die Fed allerdings erst 2015. Im letzten Monat lag die Quote bei 7,8 Prozent.

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Kommentare | 12Alle Kommentare
  • 26.01.2013, 19:47 Uhrbond

    realistisch betrachtet wird es keine höheren Zinsen mehr geben. Die Staaten können sich bei den Schuldenbergen keine Zinserhöhung leisten. Die Zinsen sind in den letzten 30, 25 Jahren immer nur gefallen mit wenigen Ausnahmen. Die Tendenz ist klar. Das Wachstum wird gering bleiben da die Menschen in den Industrieländern alles haben was sie brauchen. Viele Produkte gerade in der Elektronikwelt werden nach einer breiten Markteinführung immer billiger und bald wird das Prinzip bei Autos ebenfalls zeigen. Auch die Rohstoffe werden wieder sinken ebenso die Immobilienpreise

  • 27.01.2013, 01:22 UhreFunktion

    1. Verschuldung heißt immer, das an anderer Stelle Kapital kumuliert
    2. somit haben wir keine Schuldenkrise sondern eine Vermögenskrise durch sinnlos angehäufte Vermögen, die nur dazu dienen sich ohne Realwirtsch zu vermehren
    3. Deflation wird uns so lange begleiten, bis diese Vermögen wieder der Realwirtschaft zugeführt werden
    4.Einfachste Methode: It´s a new New Deal!

  • 27.01.2013, 03:05 UhrEUro-Allergiker

    Im Zusammenhang mit Zentralbanken den Begriff "Währungshüter" zu verwenden, ist schon ziemlich naiv! Währungsmanipulatoren sind es, die den Wert des aktuellen Scheingeldes nach politischem und systemtaktischen Gusto diktatorisch verwalten - von marktwirtschaftlichen Grundsätzen wie Angebot und Nachfrage keine Spur mehr!

    ...und in den Händen von Goldman Sachs Lobbyisten wie Draghi ist unser Finanzsystem praktisch im Endstadium der Finanz-Oligarchie angekommen! http://www.youtube.com/watch?v=gR_OQ0qtUkQ

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