Preissteigerung in Deutschland: Urlaubsreisen über Ostern treiben Inflation hoch

Preissteigerung in Deutschland: Urlaubsreisen über Ostern treiben Inflation hoch

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Die Preise in Deutschland sind im April gestiegen.

Die deutsche Teuerungsrate ist im April im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Vor allem erhöhte Preise für Reisen in den Osterferien trieben die Inflation. Das Hoch dürfte jedoch von kurzer Dauer sein.

Die Inflation in Deutschland ist im April einen Tick stärker gestiegen als erwartet. Vor allem teurere Reisen über Ostern sorgten dafür, dass die Verbraucherpreise im Schnitt 2,0 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr lagen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten nur mit 1,9 Prozent gerechnet. Damit liegt die Inflationsrate nahe dem Niveau von knapp zwei Prozent, das die Europäische Zentralbank als ideal für die Konjunktur anstrebt. Experten erwarten, dass sich der Preisdruck demnächst wieder abschwächt. "Das Hoch bei den deutschen Inflationsraten dürften wir vorerst gesehen haben", sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein.

Im Februar war die Teuerung mit 2,2 Prozent auf den höchsten Wert seit Mitte 2012 gestiegen und dann im März vorübergehend auf 1,6 Prozent gefallen. Vor allem die Ostertage beeinflussten die Daten zuletzt. "Ostern schickt die Inflation auf Achterbahnfahrt", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Denn in diesem Jahr fielen die Feiertage in den April, 2016 jedoch in den März. Damit verteuerten sich Pauschalreisen in vielen Bundesländern um mehr als zehn Prozent. "Die zu den Osterfeiertagen anziehenden Preise für Pauschalreisen und Hotelübernachtungen schlagen ordentlich ins Kontor", betonte auch Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein.

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"Eine rasche Geldpolitische Wende steht nicht bevor"

Ein Beleg dafür ist auch, dass Dienstleistungen binnen Jahresfrist bundesweit 1,7 Prozent mehr kosteten. Im März hatte es hier nur ein Plus von 0,7 Prozent gegeben. Energie verteuerte sich wie zuletzt um 5,1 Prozent, während sich der Preisschub bei Lebensmitteln mit 1,8 Prozent etwas verringerte.

Europäische Zentralbank Mario Draghi belässt Leitzins auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag entschieden, den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent zu belassen. Draghi sagte, es sei weiterhin "ein sehr substanzieller Grad" an Konjunkturunterstützung nötig.

EZB-Präsident Mario Draghi Quelle: REUTERS

Gitzel bezeichnete den Inflationsanstieg im April als Ausreißer. "Die Teuerungsraten werden in den kommenden Monaten fallen." Denn die Energiepreise würden die Inflation nicht weiter anschieben. "EZB-Präsident Mario Draghi bleibt deshalb auf der Hut und hält die Geldschleusen offen", sagte der Ökonom. "Eine rasche geldpolitische Wende steht nicht bevor." Die EZB teilte derweil mit, an den historisch niedrigen Schlüsselzinsen noch länger festhalten. Die Sätze würden weit über die Zeit der Anleihenkäufe hinaus auf dem derzeitigen Niveau oder noch niedriger liegen, bekräftigten die Euro-Wächter in Frankfurt. Seit März 2016 liegt der Leitzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

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