
Der fallende Ölpreis sorgt für Entlastung im Portemonnaie der deutschen Verbraucher. Im Juni sank die Jahresteuerung auf einen Wert von 1,7 Prozent. "Das ist die niedrigste Teuerungsrate seit Dezember 2010", teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch zu den vorläufigen Daten mit. Volkswirte erwarten jedoch, dass die Verbraucherpreise wegen der höheren Lohnabschlüsse bald wieder auf breiter Front steigen werden.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg um 1,8 Prozent gerechnet. Im Sog der schwächeren Weltkonjunktur waren die Ölpreise jüngst stark gefallen, was Tanken und Heizen verbilligt. Trotz teurerer Nahrungsmittel ist der Preisdruck nunmehr den zweiten Monat in Folge unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank gefallen. Sie spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von Preisstabilität.
Bild: REUTERSBulgarien
Das niedrigste Preisniveau in Europa wurde 2011 in Bulgarien verzeichnet. Es liegt 49 Prozent unter dem Durchschnitt der 27 europäischen Vergleichsländer. Besonders für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zahlen Verbraucher in dem osteuropäischen Staat vergleichsweise wenig: 67 Prozent des EU27-Durchschnitts. Auch die Preisniveaus für Bekleidung, Privatfahrzeuge sowie Dienstleistungen in Gaststätten und Unterkünften war 2011 nirgendwo so günstig wie in Bulgarien.
Bild: dpaPolen und Rumänien
Der derzeitige EM-Gastgeber und das Nachbarland Bulgariens haben mit 60 Prozent des EU27-Durchschnitts ebenfalls ein sehr niedriges Preisniveau. In Polen ist der Markt für Unterhaltungs-elektronik der Beste in Europa. In dieser Produktgruppe unterscheiden sich die Preisniveaus zwischen den Mitgliedstaaten weniger stark, trotzdem ist Polens Preisniveau mit 89 Prozent des Durchschnitts am günstigsten.
Bild: dapdLitauen und Ungarn
Verbraucher in Litauen und Ungarn können sich mit einem Preisniveau zwischen 30 und 40 Prozent unter dem Durchschnitt (in Litauen 66, in Ungarn 64 Prozent) ebenfalls noch glücklich schätzen. Für alkoholische Getränke und Tabakwaren war das Preisniveau in Ungarn sogar im Vergleich am niedrigsten mit gerade einmal 63 Prozent des Durchschnitts.
Bild: APNLettland und Slowakei
Mit 74 und 72 Prozent liegen Lettland und die Slowakei im Mittelfeld. Besonders bei Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen kommen Verbraucher in diesen Ländern preislich gut weg. Hier liegt das Niveau der Länder unter 80 Prozent des Durchschnitts.
Bild: dpaEstland, Malta und Tschechische Republik
Wer sein Geld in einem dieser Länder ausgibt, kann ein Preisniveau zwischen 20 und 30 Prozent unter dem E27-Durchschnitt erwarten. In Estland (79), Malta (78) und der Tschechischen Republik (77) kann somit auf größtenteils angenehmen Niveau konsumiert werden. Wer in Malta lebt, zahlt allerdings zumeist mehr für Unterhaltungselektronik. Hier ist das maltesische Preisniveau mit 125 über dem europäischen Durchschnitt im Vergleich am höchsten.
Bild: gmsZypern, Portugal und Slowenien
Zehn bis 20 Prozent unter dem EU27-Durchschnitt liegen die Preisniveaus von Zypern (89 Prozent), Portugal (87 Prozent) und Slowenien (84 Prozent).
Besonders hochpreisig im europäischen Vergleich kommt es in Sachen Privatfahrzeugkauf übrigens die Portugiesen. Dort liegt das Preisniveau von für Privatfahrzeuge mit 122 Prozent des Durchschnitts am höchsten.
Bild: dpaSpanien und Griechenland
Spanien und Griechenland liegen mit 97 und 95 Prozent nur knapp unter dem Durchschnitt. In Spanien liegen die Preisniveaukategorie Unterhaltungselektronik und Privatfahrzeuge bei 99 Prozent des Durchschnitts. In Griechenland konsumieren die Verbraucher in Gaststätten und Hotels nahezu auf Niveau des EU27-Durchschnitts.
Bild: dpaDeutschland, Italien und Großbritannien
Knapp über dem Durchschnitt bewegten sich 2011 dafür Deutschland und Italien (je 103 Prozent) sowie das Vereinigte Königreich (102Prozent). Verbraucher in Deutschland bekommen damit im Vergleich mehr für ihren Euro als die Menschen in den meisten Nachbarländern. Das bestätigte auch das Statistische Bundesamt. Das Preisniveau für Nahrungsmittel liegt im Vergleich der Kategorien dabei am höchsten: 110 Prozent des Durchschnitts legen Verbraucher in der Bundesrepublik auf die Ladentheke.
Bild: APNiederlande und Österreich
Ein wenig höher waren 2011 die Preisniveaus in den deutschen Nachbarländern: Die Niederlande kamen auf 108 Prozent, Österreich auf 107 Prozent des Durchschnitts. In Sachen Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke liegen die Niveaus der beiden Länder weit auseinander: Während die Niederlande in dieser Kategorie nur auf 95 Prozent des durchschnittlichen Preisniveaus kommen, liegt das Preisniveau in Österreich hier bei 116 Prozent des Durchschnitts.
Bild: dapdIrland, Belgien und Frankreich
Verbraucher in Irland, Belgien und Frankreich zahlten im Schnitt zehn bis 20 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt.
Alkoholkonsum in Irland ist im EU-Vergleich übrigens die teuerste Angelegenheit. Für alkoholische Getränke und Tabakwaren war das Preisniveau in Irland 2011 nämlich mit 163 Prozent des Durchschnitts am höchsten.
Bulgarien
Das niedrigste Preisniveau in Europa wurde 2011 in Bulgarien verzeichnet. Es liegt 49 Prozent unter dem Durchschnitt der 27 europäischen Vergleichsländer. Besonders für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zahlen Verbraucher in dem osteuropäischen Staat vergleichsweise wenig: 67 Prozent des EU27-Durchschnitts. Auch die Preisniveaus für Bekleidung, Privatfahrzeuge sowie Dienstleistungen in Gaststätten und Unterkünften war 2011 nirgendwo so günstig wie in Bulgarien.
Damit dürfte auch der Weg für eine historische Zinssenkung in der kommenden Woche frei sein, mit der die Zentralbank die Wirtschaft der Euro-Zone in der Krise ankurbeln könnte. Commerzbank-Experte Ralph Solveen sagte: "Wir rechnen mit einer Kappung. Die Inflationsdaten aus Deutschland zeigen der EZB, dass der Preisdruck derzeit nur verhalten ist."
Noch nie seit Bestehen des Euro hatte die EZB den Schlüsselzins unter das aktuelle Niveau von 1,0 Prozent gesenkt. Der insgesamt moderate Preisdruck dürfte auch dafür sorgen, dass die Verbraucher in Laune bleiben, weil deren Kaufkraft damit gestärkt wird. Wie aus dem jüngsten Konsumklima-Barometer des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK hervorgeht, rechnen die Bundesbürger trotz der Euro-Krise mit steigenden Einkommen und wollen mehr Geld für teure Anschaffungen ausgeben.
Mit Material von Reuters und dpa














