
Asien hat also die gegenwärtige Krise besser weggesteckt.
Ja, das Gewicht der Schwellenländer ist in dieser Finanz- und Wirtschaftskrise gewaltig gestiegen. Wir erleben derzeit keinen synchronen Aufschwung der Weltwirtschaft wie nach früheren Rezessionen, sondern eine ökonomische Machtverschiebung. China wird immer produktiver und drängt verstärkt von der Billigproduktion in den Technologiesektor hinein. Zugleich kommt der lange vernachlässigte chinesische Binnenmarkt in Fahrt. Indien beginnt derweil, die Lücke, die China im Niedrigtechnologiebereich hinterlässt, zu füllen. Im Jahr 2000 standen die Industrieländer für zwei Drittel der globalen Produktion, 2008 waren es noch 50 Prozent. 2016 wird nur noch ein Drittel der Weltproduktion aus den Industrieländern kommen und zwei Drittel aus den Schwellenländern. Das ist eine gewaltige Transformation.
Wie kommt dies zustande?
Die Unternehmen in Asien werden immer effizienter – sie setzen ihr Kapital besser ein, nutzen verstärkt neue Technologien und besser qualifizierte Arbeitskräfte. Chinas Wirtschaft hat zudem ein neues Gleichgewicht gefunden, seine Inlandsmärkte werden stärker, der Export verliert an Gewicht. Das erhöht den Druck auf die chinesischen Unternehmen, zu Hause wettbewerbsfähig zu sein. Das setzt Produktivität frei.
Wie sollte Europa auf die asiatische Konkurrenz reagieren?
Es muss sich von der Vorstellung befreien, dass nur Investitionen in Maschinen und Anlagen produktiver machen. Immaterielle Produktionsfaktoren sind viel entscheidender! Die Unternehmen müssen viel stärker in ihre Organisation, ihre Strukturen, ihre Entscheidungsprozesse und ihr Know-how investieren. Das bedeutet auch, mehr Geld in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu stecken. All dies sehen viele Betriebe immer noch als reine Kostenfaktoren. Doch immaterielle Produktionswerte sind der größte strategische Vorteil im Wettbewerb mit Asien. Schauen Sie nur in die USA: Das Land investiert zwölf Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in immaterielle Produktionswerte – und ist auf einem deutlich höheren Wachstumspfad als Europa. Viele Studien zeigen, dass es hier einen klaren Zusammenhang gibt.
Wo genau müssen wir in Deutschland ansetzen?
Deutsche Unternehmen sind noch zu sehr darauf fokussiert, Arbeitskosten zu senken. Doch hier kann Deutschland ohnehin nicht mit Asien konkurrieren. Auch Deutschlands wichtigste Ressource sind seine immateriellen Werte, sein Humankapital. Solange das traditionelle Exportmodell funktioniert, ist der Druck zu Veränderung nicht so groß. Doch die Frage ist, wie lange es noch funktionieren wird. China drängt auch im Mitteltechnologiebereich nach vorn, eine klassische deutsche Domäne. Nun wäre es an der Zeit, stärker in den Hochtechnologiebereich zu gehen oder in den Dienstleistungsbereich. Dienstleistungen effizient zu produzieren, etwa im Gesundheitssektor, könnte ein neues Wettbewerbsmodell sein – und ein Exportschlager.














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Alle Kommentare lesen14.06.2010, 23:03 UhrAnonymer Benutzer: Singvogel
Wie oben kommentiert wird es kommen. bRD wird in zunehmenden Maße Arbeitsplätze im unteren und mittleren Segment verlieren, die durch die sicher enorme Zuhnahme im oberen Segmet nicht kompensiert werden kann. Was dann ? Ausgleich des biP durch was ? China erzeugt jedes Jahr 450 TSD. Hochschulabsolventen und hier werden Studenten durch Semestergebühren noch belastet anstatt alles aus sich rauszuhohlen was geht. Woher sollen die Arbeitskräfte kommen, die fehlen werden hier ? Die Osteuropäer die ab 5/11 herkommen können werden zunehmend wieder zurückgehen und die die einst kamen werden bleiben wo sie sind. brutal aber wahr und vorhersehbar. Schon 1992 !!! war der ingenieurmangel erkennbar der heute ist aber wir kümmern uns um die belanglosen wirtschaftlich gesehen. Thilom hat schon recht was er sagt nur kann man das so nicht sagen. Von den 650 Kindern die jedes Jahr geboren weren gehen dann 200 TSD ins Ausland wenn sie so weit sind und das sind die besten.Dann haben wir 250 Tsd. auch gute und der Rest lebt von ALGii. Robert Reich wiedr erwähnt in der Presse hat als Arbeitsminister unetr Clinton, die auffällige Geburtenrate unter jungen farbigen Frauen " reguliert " so wie die Chinesen mit ihrer Einkindpolitik , nur unauffällig. Während hier Mann u. Frau die doch mehr verdienen als ALGii -Paare sich überlegen ob sie ein zweites Kind haben könnnen, verwirklichen Paare mit ALGii Hintergrund ihre Träume von der Großfamilie. Wenn man das nur erwähnt ist man ein Unmensch und viele Online Redaktion streichen das. Wir werden diese Demokartie verlieren wie wir sie kennen, es wird einfach nicht mehr bezahlbar sein, sieht man von den bürgschaften und späteren Haushaltsmittel für die EU ab. Wer ist in der Lage das offen zu benennen und anderst zu lösen als die Jobbig - Partei in Ungarn. Wen es so wäre, dass vieles nicht erkennbar gewesen wäre, könnte , man das alles tragen, aber es ist eben anderst.
13.06.2010, 12:15 UhrAnonymer Benutzer: Frank
Amerika war mal mit recht eine stolze Nation. Man hat um seine Freiheit gekämpft und die Sklaverei besiegt. in der “westlichen Welt“ gibt es soziale Errungenschaften, die sich keiner mehr wegnehmen lassen würde. Wir haben einen Lebensstandard, auf den wir stolz sein können. Wir stoßen an die Grenze von Wirtschaftswachstum. Wir haben ein Problem, wir bewerten alles mit Geld. Es geht tagtäglich um nichts anderes, wie machen wir aus Geld mehr Geld. Das wie ist uns egal. Die börsen zu manipulieren ist eine stolze Aufgabe derer, die den Hals nicht vollgenug bekommen. Ob da auf der anderen Seite des Erdballs Menschen verhungern, weil Lebensmittel auf dem Weltmarkt künstlich so teuer gemacht werden … was kümmert uns fremdes Elend. Das man die neue Sklaverei akzeptiert um selbst zu profitieren, … das ist Globalisierung! Wenn jemand kein Geld für Medikamente hat, dann muss er eben sterben. Wir werden vom Großkapital beherrscht, auf die die Politik keinen Einfluss mehr zu haben scheint, und/oder Politiker selbst profitieren. Die Gier macht uns zu barbaren! Wir sollten gemeinsam über eine neue Weltordnung nachdenken und imstande sein auch zu geben, keine unter Anleitung des Kapitals. Dann hätten wir die Chance eines friedlichen zusammenlebens.
13.06.2010, 05:44 UhrAnonymer Benutzer: Frank
@ shadow dancer
“ Richtig, gegen die Konkurrenz aus Asien hilft nur technologischer Fortschritt und daher bildung! Um das was wir auf dem Weltmarkt teurer sind müssen wir auch besser sein, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen. Mit den Hart iV-Kollegen kommen wir da gegen China & Co nicht an!“
Die “Hartz iV-Kollegen“ an mangelnder bildung festzumachen halte ich nur bedingt richtig. Die anwachsende Arbeitslosigkeit entsteht dadurch, dass man die Arbeitsplätze im Zuge von Gewinn-Maximierung ins Ausland verlagert. Technologischer Fortschritt wird da gleich mitgenommen! Andere brauchen sich nicht um Forschung und Entwicklung zu kümmern, die bekommen das Neuste auf dem Tablett serviert! Was in Asien ein Patentschutz zählt wissen wir alle.
Die Problematik, die wir heute in Europa haben (Länderzusammenfassung mit unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen und daher inflation), wird uns auch weltweit ereilen. Gewinne kann man doch nur im Ausland machen, weil die bedingungen für Produktion andere sind. Umweltschutz ist dort kein Thema und die Masse an Arbeitswilligen läßt Lohndumping zu. Doch die Geschichte ist nicht zu ende gedacht. Die Schere (arm/reich) wird weltweit immer größer. Hier der nicht gebrauchte Arbeitslose, dort der Sklave (eine andere bezeichnung fällt mir dazu nicht ein!). Es wird immer mehr produziert, aber die Konsumenten werden immer weniger. Kriege um die Rohstoffresereven sind bereits im Gange und auch wir können Kriegsrecht damit legimieren! ich denke, wenn wir unsere Zukunft dem Kapital überlassen, dann haben wir defacto keine.