Prognose: Institut: Deutsche Konjunktur kühlt sich merklich ab

Prognose: Institut: Deutsche Konjunktur kühlt sich merklich ab

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Die Konjunktur in Deutschland wird sich nach der jüngsten Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft nach einem schwungvollen Start ins Jahr merklich abkühlen

Die Konjunktur in Deutschland wird sich nach der jüngsten Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft nach einem schwungvollen Start ins Jahr merklich abkühlen.

Zwar hoben die Experten in ihrer heute veröffentlichten Prognose das Wachstum von bisher 1,9 auf 2,1 Prozent an. Für das nächste Jahr nehmen sie ihre Erwartungen beim Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aber von 1,2 auf 1,0 Prozent zurück. Die Abschwächung begründen die Wissenschaftler mit nachlassenden Impulsen aus dem Ausland, einer geringeren Investitionsdynamik und zurückhaltenden Verbrauchern.

Der Schub bei den Energiekosten wird demnach die Kauflust dämpfen. Auch der Aufschwung am Arbeitsmarkt gehe zu Ende. Der Produktionsanstieg in Deutschland war zu Beginn dieses Jahres überraschend kräftig, heißt es in der IfW-Prognose. Dazu habe eine Reihe von Sonderfaktoren beigetragen, unter anderem eine Zunahme der Lagerinvestitionen sowie ein kräftiger Anstieg der Bauinvestitionen aufgrund der günstigen Witterung. Das IfW rechnet mit einer Korrektur in diesem Quartal und einem spürbaren Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts. Eine Eintrübung kommt auch von der Preisseite.

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Beim Rohöl unterstellt das Institut für den Prognosezeitraum statt bisher 100 US-Dollar je Barrel 130 Dollar. Infolgedessen werden die Inflationsrate mit 2,9 Prozent (2008) beziehungsweise 2,6 Prozent (2009) „spürbar höher ausfallen“ und die privaten Konsumausgaben gedämpft. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt dürfte sich 2008 kaum verbessern; das Institut rechnet mit 3,25 Millionen Arbeitslosen in diesem und 3,2 Millionen im nächsten Jahr.

Die gesamtwirtschaftliche Produktion wird in der zweiten Hälfte 2008 nur moderat zulegen, berichtet das Institut. Vom Ausland dürften dann nur geringe Impulse ausgehen, da sich die Weltkonjunktur abschwächt und die „preisliche Wettbewerbsfähigkeit“ wegen der Euro- Stärke gelitten hat. Allerdings sei das Exportsortiment der deutschen Unternehmen mit einem hohen Anteil an Investitionsgütern sehr vorteilhaft ausgerichtet angesichts der hohen Expansion in den Wachstumszentren der Weltwirtschaft. Ein Einbruch bei den Ausfuhren sei daher nicht zu erwarten.

Die Weltkonjunktur - belastet durch Immobilienkrise, gestiegene Rohstoffpreise und einer noch straffen Geldpolitik - expandiert nach Einschätzung des IfW mit Raten von 3,9 Prozent (2008) und 3,7 Prozent (2009). Dieses Wachstumstempo falle somit moderater aus als in den Jahren zuvor (4,8 Prozent). Von der deutschen Wirtschaftspolitik sind nach Einschätzung der Experten in beiden Jahren keine Maßnahmen zu erwarten, die die Aussichten für Wachstum und Beschäftigung verbessern werden. Zwar sei eine Debatte darüber entbrannt, ob die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben verringert werden sollte. „Doch sind die Konzepte wohl zu verschieden, als dass darüber noch in dieser Legislaturperiode in der Regierungskoalition Einvernehmen erzielt werden könnte.“

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