"Die Sozialisierung der Schulden löst nicht dauerhaft die aktuellen Probleme; sie führt dazu, dass unter dem Deckmantel der Solidarität einzelne Gläubigergruppen bezuschusst und volkswirtschaftlich zentrale Investitonsentscheidungen verzerrt werden." Auch Bernd Raffelhüschen, Professor der Universität Freiburg und Experte für Altersvorsorge, hat den Aufruf unterzeichnet.

Das Wissenschaftler unterschiedlicher Meinung sind gehört zum Prozess des "Wissen schaffen". Wenn sie aber in entscheidenden Momenten in aller Öffentlichkeit gegeneinander politisieren, denn sie diskutieren ja nicht, schon gar nicht wissenschaftlich, offenbart das den Ernst der Lage. – und es offenbart, das sie mit ihrem Latein am Ende sind. Eigentlich sind sie ratlos und diese Ratlosigkeit führt nicht zum ruhigen abwägen verschiedener Handlungsmöglichkeiten mit ihren Chancen und Risiken – die dann auch benannt werden. Die (noch nicht eingestandene) Ratlosigkeit frustriert und frustrierte Menschen werden agressiv und streitsüchtig.
Die Ratlosigkeit basiert auf die Beobachtung wieder einmal in eine Vermögenskrise geschlidert zu sein. Solche Krisen gab es schon oft in der Geschichte. Die Auswirkungen und Abläufe waren zwar immer - historisch bedingt - sehr verschieden. So hat in einem Nachkriegseuropa die Gemeinschaftswährung Euro zwar eine singuläre Bedeutung und somit eine Eurospezifische Krisenlage verursacht, deren Grundprinzip aber nicht neu ist. Ich nehme an, das wissen auch die meisten Ökonomen – nur es war nicht und ist nicht ihr Themenbereich. Die Vorschläge, die sie machen, müssen also konform mit ihrer Lehrmeinung sein. Sie sind in ihren Aussagen gleich welcher Richtung keineswegs falsch. Dumm ist nur, das sie sich auf die Krisensymptome in unserer Zeit beziehen und nicht auf das Phänomen der Vermögenskrise bzw. des Geldsyndroms.