Rasanter Jahresendspurt: Deutsche Wirtschaft ist kräftig gewachsen

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Rasanter Jahresendspurt: Deutsche Wirtschaft ist kräftig gewachsen

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Getrieben von der Kauflust der Verbraucher hat die deutsche Wirtschaft ihr Wachstumstempo Ende 2014 wieder deutlich beschleunigt.

Deutschlands Wirtschaft hat die Schwäche aus dem Sommerhalbjahr schnell überwunden. Dank eines starken Jahresendspurts wuchs die Wirtschaftsleistung 2014 um 1,6 Prozent - trotz der vielen Krisen in aller Welt.

Getrieben von der Kauflust der Verbraucher hat die deutsche Wirtschaft ihr Wachstumstempo Ende 2014 wieder deutlich beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent und damit deutlich stärker als zunächst erwartet. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

In einer ersten Schätzung waren die Statistiker ungefähr von einem Viertel Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorquartal ausgegangen. Mit dem kräftigen Plus habe sich die konjunkturelle Lage nach dem schwungvollen Jahresauftakt und der Schwächephase im Sommer zum Ende des Jahres stabilisiert, betonten die Statistiker.

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Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Dank des überraschend starken Schlussquartals korrigierten die Statistiker auch den BIP-Anstieg im Gesamtjahr leicht von 1,5 Prozent auf 1,6 Prozent nach oben.

Wichtigste Wachstumstreiber waren nach den Angaben erneut die Verbraucher, die ihre Konsumlust nochmals merklich steigerten. Zudem investierten aber auch die Unternehmen wieder mehr in Ausrüstungen und Bauten.

Vom Außenhandel gingen hingegen wenig Wachstumsimpulse aus: Zwar stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen zum Vorquartal nochmals kräftig, wie die Statistiker erklärten: „Allerdings erhöhten sich die Importe in ähnlicher Größenordnung.“

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Im Vergleich zum Schlussquartal 2013 stieg das preisbereinigte BIP um 1,6 Prozent. Damit hat das Wachstum auch auf Jahressicht wieder Fahrt aufgenommen: Im dritten Quartal hatte das Plus bei 1,2 Prozent gelegen, im zweiten Vierteljahr bei 1,0 Prozent.

Experten rechnen auch 2015 mit einem robusten Wachstum der deutschen Wirtschaft. Die Konjunktur wird demnach durch den niedrigen Ölpreis und den schwachen Euro, der deutsche Exporte auf den Weltmärkten billiger macht, befeuert. Zudem dürften die niedrige Arbeitslosigkeit und die Mini-Zinsen die Konsumlust der Verbraucher weiter anschieben. Das Wirtschaftsministerium hatte seine Konjunkturprognose erst kürzlich von 1,3 Prozent auf 1,5 Prozent angehoben.

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