Rente mit 67: OECD rät zu längerem Arbeiten

Rente mit 67: OECD rät zu längerem Arbeiten

Nur wenn die Arbeitnehmer in den industrialisierten Staaten später in Rente gehen, werden sie die Altersarmut vermeiden. Der Rentenausblick der OECD straft damit auch die Politik des neuen französischen Präsidenten ab.

Die Finanzmarkt- und die Staatsschuldenkrise der vergangenen Jahre hat viele Staaten dazu gedrängt, ihre Rentensystem zu reformieren. Unter Druck der Haushaltskonsolidierung und der internationalen Finanzmärkte haben die Länder Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) maßgeblich das Renteneintrittsalter angehoben, wie die OECD in ihrem Rentenausblick 2012 am Montag in London mitteilte. „Diese Entwicklung ist zu begrüßen“, so die OECD in dem Bericht.

Dieser Bericht stellt damit indirekt die erste Amtshandlung des französischen Präsidenten Francois Hollande infrage. Dieser hatte, kaum ein Monat nach seiner Wahl, das Eintrittsalter für 110.000 Franzosen auf 60 Jahre heruntergesetzt. Sein Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte das Renteneintrittsalter noch auf 62 Jahre angehoben.

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Ein Schritt, den nach Angaben der OECD bis zu 13 Mitgliedsländer auch vollzogen haben. Diese haben allerdings das Renteneintrittsalter auf 67 Jahren heraufgesetzt. Weitere 14 Länder haben zudem zusätzliche Maßnahmen getroffen, um die Arbeitnehmer zum längeren Arbeiten zu motivieren.

Doch das wird nicht reichen, um drohen Altersarmut zu bekämpfen, wie die OECD am Montag mitteilte.

Um diese zu vermeiden müssen die Regierungen zudem für sinnvolle private Vorsorgesysteme sorgen. „Wir brauchen entschlossenes Handeln“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría, auch wenn dies häufig schmerzhaft und bei der Bevölkerung unbeliebt sei.

Staatliche Rentenzusagen um ein Viertel gekürzt

Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass die Pensionskassen in den Mitgliedsländern der OECD unter Druck geraten sind. Die jährliche Rendite der Rentenkassen lag in den Jahren 2007 bis 2011 mit - 1,6 Prozent im negativen Bereich. In den Jahre 2001 bis 2010 konnten die negativen Effekte der Finanzkrise nicht durch die positive Renditeeffekte der Vorkrisenjahre kompensieren werden – die Rendite lag für den gesamten Zeitraum bei durchschnittlich 0,1 Prozent pro Jahr.

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Die staatlichen Rentenzusagen sind im Zuge der Reformen um ein Fünftel bis ein Viertel gekürzt worden. Personen, die heute ihre Arbeit in einem OECD-Land beginnen, können eine durchschnittliche staatliche Nettorente nicht größer als die Hälfte ihres Nettoverdienstes erwarten. Und das auch nur, wenn sie bei Rentenantritt durchgehend gearbeitet und Beiträge gezahlt haben. Wer im Alter mehr Geld haben möchte, muss also privat vorsorgen. In 13 OECD-Staaten ist die private Altersvorsorge daher auch Pflicht.

In Deutschland ist dies nicht der Fall. So müsse, nach Meinung der OCED, ein Großteil der Bevölkerung derzeit nach Renteneintritt mit einem dramatischen Sinken seines Einkommens rechnen. Dadurch könne die Altersarmut deutlich steigen.

(mit Material von dpa)

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