Rohstoffe: Iran-Konflikt könnte Ölpreis in die Höhe treiben

Rohstoffe: Iran-Konflikt könnte Ölpreis in die Höhe treiben

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Erdölförderung

von Hans Jakob Ginsburg

Zu Beginn des Jahres steigt der Ölpreis. Doch ob der Preis des Rohstoffes explodiert, entscheidet sich im Iran. Die Rekordmarke von 148 Dollar könnte fallen.

So viel Konsens war selten. Zwischen 70 und 90 Dollar werde das Barrel Erdöl bis zum Jahresende 2010 kosten, behaupten derzeit seriöse Voraussagen. Gemessen an den extremen Ausschlägen der vergangenen zwei Jahre – der Ölpreis schoss von Anfang bis Mitte 2008 von 80 auf 148 Dollar hoch, stürzte ein halbes Jahr später auf 32 Dollar ab, um sich bis zum folgenden Spätsommer wieder mehr als zu verdoppeln –, ist die Differenz der aktuellen Prognosen überschaubar.

Wir könnten also beruhigt sein – hätte sich die Mehrheit der Ölpreisanalysten in den vergangenen Jahren nicht häufig geirrt. Von 2003 bis 2008 haben die Experten den Preisanstieg regelmäßig unterschätzt. Die Analysten von Goldman Sachs etwa erschreckten die Welt mit einer Ölpreisprognose von 205 Dollar pro Barrel. Stattdessen folgte ein jäher Preissturz. Das macht die Analysten nun etwas vorsichtiger.

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Iran könnte Exporte einstellen

Vieles spricht derzeit in der Tat für eine moderate Preisentwicklung: Die spektakulären brasilianischen Explorationen im Südatlantik und die Fortschritte bei der Erschließung von kanadischen Ölsänden könnten das Angebot auf den Weltmärkten signifikant steigen lassen. Zudem könnte eine Verbesserung der innenpolitischen Lage im Irak dafür sorgen, dass das Land mit den viertgrößten Erdölreserven der Welt wieder eine bedeutende Rolle als Exportnation spielen kann.

Bis die neuen brasilianischen Funde, deren Nutzung sich erst ab einem Ölpreis von mehr als 100 Dollar rentiert, auf den Weltmarkt drängen, werden aber noch Jahre vergehen. Und der Hoffnung auf Entspannung im Irak steht die Furcht entgegen, dass sich der Konflikt zwischen dem Iran und dem Westen wieder verschärft.

Eine Eskalation des Streits zwischen Washington und Teheran könnte den Ölpreis in die Höhe treiben. Ein in der Golfregion tätiger deutscher Banker glaubt sogar: „Wenn die iranische Führung keine anderen Kampfmittel mehr hat, wird sie den Ölexport einstellen – auch wenn das wirtschaftlicher Selbstmord wäre.“

Ein solches Szenario könnte den Ölpreis schnell wieder in die Nähe der 148 Dollar treiben, die er im Sommer 2008 schon mal erreicht hatte. Denn hinzu kommt, dass privatwirtschaftliche und staatliche Ölgesellschaften seit Beginn des Preisverfalls 2008 ihre Investitionen in Exploration, Förderung, Transport und Verarbeitung von Erdöl erheblich reduziert haben. Das dürfte sich dann rächen.

Die Verbraucher können daher geradezu von Glück sprechen, wenn der Preisanstieg 2010 im Rahmen der heutigen Voraussagen bleibt.

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