Rohstoffe: Prognose: Der Ölpreis steigt weiter

Rohstoffe: Prognose: Der Ölpreis steigt weiter

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Ölförderung in Sakhir, Bahrain

von Hans Jakob Ginsburg

Mit den Preisen für Erdöl geht es nach oben. Die Händler an den maßgebenden Finanzplätzen schließen von guten Konjunkturdaten auf eine robust steigende Nachfrage. Für europäische Verbraucher ist das besonders unangenehm, solange der Euro gegenüber dem Dollar verliert.

Nach einer alten Faustregel sinken die Ölpreise weltweit, wenn die US Energy Information Agency feststellt, dass sich in den Reservetanks der amerikanischen Energieunternehmen deutlich mehr Rohöl befindet als zuvor. Genau das war gestern der Fall: Die amerikanische Energieinformationsbehörde bemisst das inländische Reserve-Öl für die vergangene Woche auf exakt 356,2 Millionen Barrel, zwei Fass mehr als eine Woche zuvor und deutlich über dem für diese Jahreszeit normalen Wert. Will heißen: Das Ölkonsumland Nummer eins in der Welt hat Erdöl im Übermaß gebunkert, und jetzt müsste der Preis eigentlich sinken.

Ölhändler sehen Indizien

Aber so einfach ist es schon lange nicht mehr. Die Ölhändler schauen nämlich auch auf eine zweite Vergleichszahl der Washingtoner Behörde: Danach haben die amerikanischen Raffinerien in der vergangenen Woche 14,6 Millionen Barrel Rohöl verarbeitet, 2,5 Prozent mehr als in der Vorwoche. Also steigt die Nachfrage nach Benzin, Heizöl und den anderen Erdölprodukten – Indiz für steigende Preise.

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Jedenfalls sehen die in London sitzenden Analysten der französischen Bank Société Générale (SG), die kurzfristig orientierte Händler mit Tipps versorgen, für bis Mai 2010 laufende Kontrakte auf Öl der amerikanischen Sorte WTI einen Anstieg auf 87 Dollar voraus, von derzeit zwischen 85 und 86 Dollar. Für entsprechende Brent-Kontrakte prognostizieren sie einen Widerstand bei 88,92 Dollar – ja, so genau geht das verblüffenderweise, wenn man an technische Analyse glaubt.

Vergangenheitsbasierte Prognose

Die Franzosen in London brauchten gar keine neuen amerikanischen Daten für ihre Vorhersage, sondern brauchten nur vergangene Ereignisse zu extrapolieren. Seit Ende März hat der Ölpreis möglicherweise auf Dauer die enge Bandbreite zwischen 70 und 85 Dollar verlassen. Der New Yorker WTI-Preis stieg vom 29. April bis gestern von 82,34 US-Dollar auf 86,84 Dollar, und beim immer etwa einen Dollar billigeren Nordseeöl, das in London gehandelt ist, betrug der Anstieg noch ein paar Cents mehr.

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