Rohstoffpreise: China bestimmt auch 2011 die Rohstoffmärkte

Rohstoffpreise: China bestimmt auch 2011 die Rohstoffmärkte

von Frank Doll

Sollte Chinas Wirtschaft einbrechen, wird das den Rohstoffmärkten einen Schlag versetzen.

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Grafik: Preisentwicklung unterschiedlicher Rohstoffklassen (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Chinas Nachfrage ist die entscheidende Stellgröße für die Entwicklung vieler Rohstoffpreise. Zwar hat Wachstum auch im neuen Fünfjahresplan Priorität, doch derzeit nimmt in China auch der Inflationsdruck zu. Die Notenbank könnte also 2011 an der Zinsschraube drehen – ein konjunktureller Einbruch ist nicht ausgeschlossen. Das würde den Rohstoffmärkten insgesamt einen Schlag versetzen, einzelne Rohstoffe aber unterschiedlich hart treffen. Eher begrenzt sein dürfte das Abwärtsrisiko für Kupfer, das am stärksten gehandelte Industriemetall. Dessen bisheriger Preisanstieg liegt vor allem an einem dauerhaft drohenden Angebotsdefizit. Auch die Preise nicht zyklischer Agrargüter könnten weiter zulegen.

Angst vor weiterem schwachen Erntejahr

Ein ähnlich schlechtes Erntejahr wie 2010 wäre fatal. Weil geringere Ernteerträge für sinkende Lagerbestände von Agrarrohstoffen sorgen, hat sich das Risiko von Versorgungslücken erhöht, wenn es 2011 erneut zu Ernteausfällen in wichtigen Anbauregionen kommt. Das würde die Preise von Agrarrohstoffen extrem in die Höhe treiben. Zunächst sollte sich das Wachstum Chinas und anderer Schwellenländer aber fortsetzen und so auch die Konjunktur in Europa und den USA stützen. Die Folge wäre ein Anstieg der globalen Energienachfrage und ein steigender Ölpreis. Sollten geopolitische Spannungen zu Störungen in der Ölversorgung führen, wäre ein steigender Ölpreis gar bei einem Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession denkbar.

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