Rohstoffradar Oktober 2010: Neuer Service für Rohstoffimporteure

Rohstoffradar Oktober 2010: Neuer Service für Rohstoffimporteure

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Rohstoffradar für September 2010 (für die vollständige Ansicht bitte auf Grafik klicken)

von Bert Losse

Preissprünge und Engpässe bei der Versorgung mit Rohstoffen machen der Wirtschaft immer mehr zu schaffen. Helfen soll nun eine Bundesagentur.

Der Bekanntheitsgrad der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover war bisher überschaubar. Vielen Unternehmen dürfte die Behörde gänzlich unbekannt sein. Doch das könnte sich ändern. Am vergangenen Montag eröffnet Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle unter dem Dach der BGR eine neue Institution – die Deutsche Rohstoffagentur. "Wir wollen in den nächsten drei Jahren ein umfangreiches Dienstleistungspaket für die Wirtschaft, insbesondere für mittelständische Unternehmen schnüren“, sagt BGR-Experte Volker Steinbach, der den Aufbau der Taskforce koordiniert.

Im Zentrum steht ein Informationssystem, über das die Wirtschaft ab sofort kostenlose Informationen über Preise, Verfügbarkeit, Förderinfrastruktur, Zölle und geopolitische Risiken abrufen kann. Im Frühjahr soll ein Frühwarn-Indikator hinzukommen. Zudem will die Agentur – gegen Entgelt – den Betrieben eine Strategieberatung anbieten und Diversifizierungs- und Substitutionschancen beim Rohstoffeinkauf ausloten.

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Rohstoffversorgung ist eine zentrale Zukunftsfrage

Der Bedarf für derartige Dienste ist da: Die Rohstoffversorgung zählt zu den zentralen Zukunftsfragen der Wirtschaft. 2009 musste Deutschland Energie- und Metallrohstoffe im Wert von rund 86 Milliarden Euro einführen, 2010 dürften es rund 100 Milliarden werden, schätzt Steinbach. Dabei geht es nicht nur um Öl und Stahl, sondern auch um Spezialmetalle und seltene Erden, auf die Zukunftsbranchen wie die Umwelttechnik angewiesen sind – und deren Vorkommen sich häufig auf wenige Staaten konzentrieren.

Die Preis- und Kostenkalkulation wird für die Industrie so immer schwieriger. Die Rohstoffmärkte haben sich zu ökonomischen Unruhezonen mit nicht immer vorhersehbaren Preisausschlägen nach oben und unten entwickelt. Die stärkste Volatilität gibt es aktuell bei Blei, das in den vergangenen zwölf Monaten um fast 47 Prozent um seinen Mittelwert schwankte, sowie bei Zucker (46,3 Prozent) und Zink (40,7 Prozent). Das zeigt der aktuelle Rohstoffradar, den die Commerzbank exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt.

„Vor allem bei Industriemetallen ist in den kommenden Monaten mit weiteren starken Ausschlägen zu rechnen“, sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Dies liege vor allem an einer politisch motivierten Angebotsverknappung in China. Um das erklärte Ziel zu erreichen, die Energieeffizienz der Wirtschaft bis Ende 2010 um 20 Prozent gegenüber 2005 zu erhöhen, fährt Peking derzeit die energieintensive Stahlproduktion des Landes herunter. Auch bei Aluminium, Blei und Zink steht die Rohstoffwirtschaft auf der Bremse, um die Energiebilanz zu schönen. Das dürfte die Preise nach oben treiben.

Öl-Preiskorridor

Ganz anders ist die Lage am Ölmarkt. Der Rohölpreis pro Barrel (159 Liter) pendelt seit Wochen in einem stabilen Korridor zwischen 70 und 80 Dollar. "Da wird er vorerst auch bleiben“, sagt Experte Weinberg, "die Märkte haben diese Spanne bis auf Weiteres akzeptiert.“ Die gute Nachricht für Autofahrer: Weil die USA erstmals seit den Sechzigerjahren vom Benzinimporteur zum -exporteur mutiert sind, dürften die Spritpreise wegen des steigenden Angebots tendenziell fallen.

Anlaufstelle:

Das Kontaktbüro der neuen Rohstoffagentur in Hannover ist erreichbar unte rder Telefonnummer 0511/6 43 32 00.Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr, Freitag von 9 bis 14 Uhr.Die E-Mailadresse lautet:

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