Roland Berger: Warum sich die Wirtschaft auf 2015 freuen kann

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Roland Berger: Warum sich die Wirtschaft auf 2015 freuen kann

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Drei Gründe, warum sich die deutsche Wirtschaft auf 2015 freuen kann.

"Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist." Der Satz von Theodor Heuss ist eines der Lieblingszitate von Roland Berger. Er hofft für 2015 auf mehr Zuversicht im Land. Gründe dafür sieht er reichlich.

Der Unternehmensberater Roland Berger hat zum Start ins neue Jahr vor einem übertriebenen Pessimismus in der deutschen Wirtschaft gewarnt. „Es gibt keinen Grund zum Jammern“, sagte der renommierte Unternehmensberater in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Zwar werde Deutschland wegen seines starken Exports derzeit etwa von geopolitischen Krisen weltweit belastet. Zugleich profitiert die Wirtschaft aber auch vom niedrigen Ölpreis und dem schwächeren Euro.

Zudem sind die Chancen für die Unternehmen nach Ansicht von Berger dank innovativer Technologien und hervorragend ausgebildeter, engagierter Mitarbeiter so groß wie lange nicht. „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist“, mahnt der 77-Jährige mit den Worten des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss - einem seiner Lieblingszitate. Drei Gründe, warum die deutsche Wirtschaft sich trotz aller Risiken auf 2015 freuen kann:

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Berger hat zum Start ins neue Jahr vor einem übertriebenen Pessimismus in der deutschen Wirtschaft gewarnt. Quelle: dpa

Berger hat zum Start ins neue Jahr vor einem übertriebenen Pessimismus in der deutschen Wirtschaft gewarnt.

Bild: dpa

Gründergeist ist ungebrochen

Längst nicht alle jungen Leute wollen nach der Uni Beamte werden oder bei einem Großkonzern wie Siemens oder der Telekom einsteigen. Der Gründergeist zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen ist nach Ansicht von Berger wesentlich stärker ausgeprägt als gedacht. „Wir sind daran gewöhnt, nur nach Berlin zu gucken - aber auch in anderen Orten entwickeln sich vielversprechende Gründer-Cluster.“ Die Börsengänge von Rocket Internet oder Zalando haben vielen jungen Menschen nach Ansicht von Berger wieder Lust auf Selbstständigkeit gemacht.

„Nachweisbare Erfolgsstorys beleben die Szene mehr als Aufrufe und jedes Förderprogramm.“ Berger ermuntert junge Leute, den Schritt zu wagen. „Selbst wenn man bis zu 70 Stunden pro Woche arbeitet - das kann um einiges befriedigender sein als die 37,5-Stunden-Woche in einem Großkonzern.“ Berger selbst ist einer der prominentesten Gründer in Deutschland: Er betrieb als junger Mann erst einen Waschsalon, dann einen Getränkehandel und gründete schließlich 1967 die Unternehmensberatung, die heute zu den größten in Deutschland gehört.

Digitalisierung ist eine Chance

Man kann die Digitalisierung oder die Energiewende als Bedrohung für bestehende Geschäftsmodelle sehen - oder als Chance für neue Geschäftsideen. „Wir hatten noch nie so viele Technologien, die das Leben und Arbeiten erleichtern und schöner machen“, sagt Berger. In Deutschland gebe es aber die Neigung, neue Entwicklungen erst einmal abzulehnen. „Wir tendieren leider dazu, vor der Erfindung des Autos schon die Verkehrsregeln aufstellen zu wollen.“

Grundsätzlich rät er den Firmen zwar wegen der geopolitischen Großwetterlage, der unsicheren Entwicklung in den Schwellenländern und der Stagnation in Europa zur vorsichtigen Finanzplanung. „Auf jeden Fall sollten sie aber die Aktivitäten aufrechterhalten, die durch Innovationen wettbewerbsfähiger und margenstärker machen.“ Es bringe nichts, an alten Geschäftsmodellen festzuhalten, wenn diese von technischen Neuerungen überholt werden. „Man kann die Kutsche nicht vor dem Auto bewahren.“

Arbeit wird sich verändern

Die Studenten von heute sind zu unkritisch, angepasst und unkreativ? Roland Berger hält derartige Berichte aus den Hörsälen für überzogen. „Die jungen Menschen sind ein bisschen disziplinierter als früher. Sie arbeiten mehr, lernen mehr, sind auf Erfolg im Studium bedacht - aber das muss ja kein Nachteil sein.“ Nach wie vor gelte: „Erfolg besteht zu 80 Prozent aus Fleiß.“ Auch die Klagen vieler Arbeitgeber über die wachsenden Wünsche der Mitarbeiter an eine ausgewogene Work-Life-Balance sind aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar. Denn das wohlhabende Deutschland nähere sich tendenziell der Vollbeschäftigung.

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„Damit werden Arbeitskräfte knapp und man muss sich mehr um die Beschäftigten mühen. Grundsätzlich ist das ein gesellschaftlich wünschenswerter Zustand.“ Durch neue Technologien könnten die Firmen den Arbeitnehmern besser entgegenkommen als noch vor zehn Jahren - und zum Beispiel Homeoffice-Tage ermöglichen. Die Zeiten, in denen die Arbeit aus Routine-Tätigkeiten bestand, sind für die meisten Beschäftigten vorbei. „Noch nie zuvor wurden so viele anspruchsvolle, lehrreiche und befriedigende Tätigkeiten angeboten.“

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