„Schnaps und Frauen“: Dijsselbloem-Bemerkung empört den Süden

„Schnaps und Frauen“: Dijsselbloem-Bemerkung empört den Süden

, aktualisiert 22. März 2017, 11:53 Uhr
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Der Niederländer dürfte in seine letzten Monate als Chef der Eurogruppe gehen, zu unwahrscheinlich ist es, dass er nach dem schwachen Abschneiden der Sozialdemokraten Finanzminister der Niederländer bleibt.

Quelle:Handelsblatt Online

Man könne nicht all sein Geld für Frauen und Schnaps ausgeben und danach Unterstützung fordern – mit dieser Aussagen bringt Eurogruppen-Chef Dijsselbloem Europas Süden gegen sich auf. Die harte Kritik weist er zurück.

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat mit einer abfälligen Bemerkung in südeuropäischen Ländern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Niederländer hatte in einem Interview gesagt, dass sich in der Eurokrise die nördlichen Staaten solidarisch mit den Krisenländern gezeigt hätten. „Als Sozialdemokrat halte ich Solidarität für äußerst wichtig. Aber wer sie einfordert, hat auch Pflichten. Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschließend Sie um Ihre Unterstützung bitten“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Montag. „Dieses Prinzip gilt auf persönlicher, lokaler, nationaler und eben auch auf europäischer Ebene.“

Italiens ehemaliger Premierminister Matteo Renzi forderte den Rücktritt Dijsselbloems. „Leute wie Dijsselbloem (...) verdienen nicht die Rolle, die sie einnehmen“, schrieb er am Mittwoch auf Facebook. Je eher er zurücktrete, desto besser sei es. Die Bemerkung des 50-jährigen Eurogruppenchefs nannte er „dumm“. Spanische Politiker bezeichneten die Aussage als „rassistisch und machohaft“.

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Der Fraktionsvorsitzende der Sozialisten im Europaparlament, der Italiener Gianni Pitella, nannte die Aussagen „beschämend“. „Ich frage mich wirklich, ob eine Person mit dieser Überzeugung immer noch für fähig gehalten wird, das Amt des Eurogruppenchefs auszuüben.“ Manfred Weber, Vizechef der CSU und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, twitterte: „In der Eurozone geht es um Verantwortung, Solidarität aber auch um Respekt. Kein Platz für Stereotype.“

Dijsselbloem weist die Empörung in südlichen EU-Staaten über seine Äußerungen in einem Zeitungsinterview zurück. Er habe allgemein über die Solidarität in der Eurozone gesprochen und nicht bestimmte Länder kritisiert, sagte ein Sprecher des niederländischen Finanzministers am Mittwoch in Den Haag. Auf die heftige Kritik an den Äußerungen wollte der Sprecher nicht eingehen. Im Europäischen Parlament hatte der Minister bereits Forderungen nach einer Entschuldigung zurück gewiesen..

Quelle:  Handelsblatt Online
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