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Schuldenkrise: Notenbanken im Goldrausch

von Andreas Toller

Europas Schuldenkrise sorgt für einen deutlichen Anstieg der Goldnachfrage. Notenbanken stocken ihre Bestände auf - und kaufen so viel Gold wie zuletzt vor 40 Jahren. Aber welche Staaten stecken dahinter?

Goldbarren Quelle: REUTERS
Trotz Rekordpreisen: Die Zentralbanken kaufen weiterhin Gold Quelle: REUTERS

Der World Gold Council (WGC), die Lobby-Vereinigung der Goldindustrie, hat seinen vierteljährlichen Report mit vielen Daten zur Entwicklung der weltweiten Goldnachfrage vorgelegt. Die größte Überraschung: Die Zentralbanken der Staaten haben ihre Goldankäufe nochmals ausgedehnt.

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Im dritten Quartal 2011 erreichte die Käufe ein Volumen von 148,4 Tonnen Gold. Nach Informationen der "Financial Times" ist dies weit mehr, als von den Staaten zuvor angekündigt worden war und die höchste Nachfrage nach Gold von staatlicher Seite seit den 70er Jahren – und ganz sicher die höchste seit der Erhebung von vierteljährlichen Daten durch den WGC seit 2002.

Alle Länder gemeinsam halten Goldreserven im Volumen von 881,1 Millionen Unzen, oder umgerechnet 27.405,1 Tonnen. Auf der Basis eines Goldpreises von 1600 Dollar je Feinunze entspricht das einem Gegenwert von knapp 1410 Milliarden Dollar. Damit haben die Goldreserven an den weltweiten Währungsreserven von 11714 Milliarden Dollar einen Anteil von durchschnittlich 12 Prozent. Aber die Goldbestände in den Staatstresoren sind ungleich in der Welt verteilt. Auch internationale Institutionen halten Gold, der Internationale Währungsfonds IWF allein im Wert von knapp 145 Milliarden Dollar, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Wert von 6,1 Milliarden Dollar. Welche Staaten darüber hinaus die größten Währungsreserven halten und wie viel davon durch Gold gedeckt ist.

Berechnungen auf Basis eines Goldpreises von 1600 Dollar je Feinunze
Quellen: Bloomberg, World Gold Council, eigene Berechnungen
Stand: 6. Oktober 2011

Quelle: dpa

Welche Staaten beziehungsweise Notenbanken hinter den massiven Käufen stecken, verriet der WGC natürlich nicht – und beruft sich auf Vertraulichkeitsklauseln. Gegenüber der Financial Times sagte Marcus Grubb, Investmentchef des WGC, lediglich, dass „eine Menge neuer Teilnehmer am Markt auftauchten“.

Sorgen um Ersparnisse

Da Notenbanken in der Regel langfristig investieren und dabei weniger die Rendite im Auge haben, als vielmehr die Absicherung ihrer Währungsreserven, gehen Marktbeobachter davon aus, dass vor allem Staaten wie Brasilien, Russland und vor allem China darum bemüht sind, den Goldanteil an ihren Währungsreserven aufzustocken.

Chinas Dollarreserven bewegen sich in der Größenordnung von drei Billionen US-Dollar. Offenbar machen sich auch die chinesischen Privathaushalte zunehmend Sorgen um ihre Ersparnisse. Die Nachfrage der Chinesen nach Goldschmuck hat sich im dritten Quartal nochmals um 13 Prozent erhöht – und lag damit erstmals über dem Goldkonsum der Inder.

In Indien hingegen ging die Nachfrage nach Goldschmuck um mehr als ein Viertel zurück.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.11.2011, 23:08 Uhrkolb100

    Die Gefahr einer Goldanlage sehe ich in der Möglichkeit einer staatlich verordneten Einschränkung von privatem Goldbesitz. Sicher dürften da unterschiedliche Staaten unterschiedlich rigoros sein. Gibt es da Strategien, die den (entwertenden) staatlichen Zugriff nach Etablierung des vielfach erwarteten neuen Währungssystems mildert?

  • 19.11.2011, 10:25 UhrAnonymer Benutzer: werneremil

    es ist der einzig vernuenftige weg fuer staaten in diesen zeiten Ihre Gold-Wahrungsreserven bis zum bersten aufzustocken um daraus nach dem Zerfall der waehrungen wieder ein neues Finanzsystem aufbauen zu koennen.Fuer den Privatmann ist es der bare unsinn und eine unsinnige Fluchtreaktion die mit einem immensen verlustrisiko in viellerlei hinsicht verbunden ist.Haende weg vom Gold als "Sicherheit".als schmuck ohnehin optimal.

  • 18.11.2011, 10:27 UhrAstrologinPalmer

    Ist das nicht ein Wertschöpfungs-Wunder?
    Bad- und Worst-Nationalbanken drucken deckungsloses Fiat-Papiergeld und decken sich mit Gold ein, nachdem vorher die Londoner Finanzganoven den Goldpreis gedrückt haben.
    Und was machen wir? Sollten wir nicht unsere Minizins-Konten räumen und die einzige inflationssichere Währung der Welt kaufen?: GOLD.

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