Schuldenkrise: Ökonom Dreher fordert Änderungen bei IWF-Krediten

Schuldenkrise: Ökonom Dreher fordert Änderungen bei IWF-Krediten

Die von 250 Milliarden auf 750 Milliarden Dollar steigenden Kreditmittel des Internationalen Währungsfonds könnten in Zukunft zu immer lascheren Kreditauflagen des IWF an die Empfängerstaaten führen.

„Wir brauchen dringend eine Exit-Strategie für die Zeit nach der Krise. Darüber macht sich aber leider niemand Gedanken.“, warnt der IWF-Experte Axel Dreher, Professor für Internationale Wirtschaftspolitik an der Universität Göttingen. Dreher: „Was passiert denn, wenn die nächste große Krise erst in 15 Jahren kommt? Dann kann der IWF dreimal mehr Kredite vergeben als früher – und weiß nicht wofür. Er wird sich dann immer neue Aufgaben und Ausgabemöglichkeiten suchen. Der Fonds hat ein institutionelles Eigeninteresse, möglichst vielen Ländern Kredit zu geben. Und die Nachfrage nach IWF-Geldern dürfte umso stärker steigen, je lascher die Auflagen sind.“

Dreher stellt zudem die politische Unabhängigkeit des IWF in Frage. „Bei der Kreditvergabe spielen nicht nur ökonomische Faktoren eine Rolle. Es gibt eine politische Einflussnahme der US-Administration“, so der Ökonom. Studien zeigten, dass Länder, die in der UN-Vollversammlung häufig so abstimmen wie die USA, mehr Kredite bekommen als andere - und im Durchschnitt weniger Auflagen erfüllen müssen.

Anzeige

Auch in einer Studie, die Dreher selbst mit Kollegen über das Abstimmungsverhalten im UN-Sicherheitsrat erstellt hat, ist der Befund eindeutig. „Neben den fünf ständigen Mitgliedern hat der Sicherheitsrat zehn weitere Mitglieder, jeweils für zwei Jahre. Wir konnten zeigen, dass die Zahl der IWF-Kreditauflagen für diese Staaten während ihrer Mitgliedschaft signifikant nach unten ging. Sobald die Staaten den Sicherheitsrat verließen, stiegen die Auflagen wieder.“

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%