Schuldenkrise: Weltbank warnt vor globaler Rezession

Schuldenkrise: Weltbank warnt vor globaler Rezession

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Der neue Weltbank-Chef Jim Yong Kim gibt düstere Prognosen über die Weltwirtschaft ab.

Düstere Prognosen: Der neue Weltbank-Chef Jim Yong Kim hat vor weitreichenden Konsequenzen der europäischen Schuldenkrise für andere Weltregionen gewarnt. Der frühere EZB-Chef Jürgen Stark äußerte Zweifel an der Euro-Zone.

Selbst wenn es gelinge, die Euro-Schuldenkrise einzudämmen, könnte sie zu einem Wachstumseinbruch in den meisten Regionen der Erde um bis zu 1,5 Prozent führen, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim in seiner ersten größeren Rede seit seiner Ernennung zu Monatsbeginn am Mittwoch in Washington. Eine anhaltende große Krise in Europa könne das Bruttosozialprodukt in den Entwicklungsländern um vier oder mehr Prozent senken und damit eine globale Rezession auslösen, sagte Kim.

„Solche Ereignisse bedrohen viele der in der Vergangenheit erreichten Fortschritte im Kampf gegen die Armut“, sagte der Weltbank-Chef. „Um es deutlich zu sagen: Was heute in Europa passiert, betrifft den Fischer im Senegal und den Programmierer in Indien." Kim forderte die europäischen Staaten auf, alles daran zu setzen, die Stabilität ihrer Finanzmärkte wiederherzustellen.

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Kim steht seit Anfang Juli an der Spitze der Weltbank, einer der wichtigsten internationalen Institutionen zur Bekämpfung von Armut.

Auch der frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark gibt sich alles andere als optimistisch. Er glaubt nicht an eine Zukunft der Eurozone in ihrer bisherigen Konstellation. „Ich sehe die Notwendigkeit einer Konsolidierung des Euro-Gebiets“, sagte Stark dem „Manager Magazin“. Schwächere Staaten müssten die Währungsunion verlassen. Stark wollte jedoch nicht ausführen, an welche Länder er dabei konkret denkt. Entscheidend sei, dass die deutsch-französische Achse halte. „Die Integration des Kerns darf nicht verloren gehen. Sonst bekommen wir ein politisches und ökonomisches Desaster historischen Ausmaßes.“

Schlechte Aussichten propagiert auch US-Notenbankchef Ben Bernanke. Nach seiner Ansicht wird die Euro-Zone noch lange mit der Schuldenkrise kämpfen. „Ich glaube nicht, dass Europa kurz vor einer langfristigen Lösung seiner Probleme steht“, sagte Bernanke am Mittwoch bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses. Da es bis dato keine tragfähige Lösung der Krise in der Währungsunion gebe, bestehe die Gefahr einer Periode hoher Schwankungen an den Finanzmärkten.

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