Sitzung der US-Notenbank : Zeit für Zinssenkung gekommen?

Sitzung der US-Notenbank : Zeit für Zinssenkung gekommen?

, aktualisiert 15. Juni 2016, 15:21 Uhr
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Händler an der New Yorker Börse lauscht der Rede der Notenbank-Chef Janet Yellen. Solche Bilder werden sich am heutigen Mittwoch wieder während der Pressekonferenz der US-Notenbank.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Börsen sind nervös, die Investoren auch: Die Juni-Entscheidung der US-Notenbank am heutigen Mittwoch über ihre künftige Geldpolitik fällt in eine ungünstige Zeit. Doch die Fed dürfte die Aktienmärkte beruhigen.

New YorkDie US-Notenbank Federal Reserve wird am Mittwoch (20.00 Uhr MEZ) ihre Entscheidung zur künftigen Geldpolitik bekanntgeben. Im Angesicht eines möglichen Brexit rechnen Marktteilnehmer mehrheitlich nicht mit einer Anhebung des Leitzinses. Diesen hatte die Fed zuletzt im Dezember vergangenen Jahres nach jahrelanger Nullzinspolitik auf ein Niveau zwischen 0,25 und 0,5 Prozent angehoben.

Fed-Chefin Janet Yellen, die sich auf einer Pressekonferenz äußern wird, hatte im Vorfeld weitere graduelle Anhebungen „in den nächsten Monaten“ für geboten gehalten, sollte die wirtschaftliche Entwicklung sich nicht verschlechtern. Allerdings hatte es auch Bedenken wegen der schwächelnden Daten vom US-Arbeitsmarkt gegeben.

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Gewichtigstes Argument gegen einen Zinsschritt im Juni dürfte aber die Unsicherheit bezüglich eines Austrittes Großbritanniens aus der EU sein. Ein Brexit könnte laut Internationalem Währungsfonds massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nach sich ziehen. Die Briten entscheiden am 23. Juni über ihren Verbleib in der EU. An den Börsen herrscht seit Tagen Nervosität, nachdem Umfragen einen EU-Ausstieg der Briten immer realistischer erscheinen lassen.

Die Äußerungen von Marktteilnehmern und Beobachtern, wann die Federal Reserve nach ihrer Juni-Sitzung eine Zinsanhebung ins Visier nehmen könnte, gehen weit auseinander. Einige halten eine Erhöhung im Juli für möglich, andere sind sich nicht einmal sicher, dass es nach der Sommerpause im September so weit sein könnte.

Erste Investoren bringen sogar die Möglichkeit einer baldigen erneuten Zinssenkung ins Spiel. „Ich bin nicht überzeugt, dass die Fed überhaupt nach oben geht. Der nächste Schritt könnte eine Kürzung sein“, sagte Nicholas Ferres von Eastspring Investments dem US-Sender NBC.


Bärenmarktrally gilt als überfällig

Nach Meinung von Mohamed A. El-Erian, ehemaliger Vorstandschef der Allianz-Tochter Pimco wird sich die US-Notenbank die Möglichkeit für zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr offenhalten. Aber gleichzeitig signalisieren, dass es weniger Erhöhungen geben könnte als ursprünglich angedeutet.

Denn die Wirtschaftsdaten in den USA sind nach wie vor nicht düster, aber auch nicht mehr so rosig wie noch vor einigen Monaten. Im Mai kamen statt der erwarteten 162 000 nur 38 000 neue Stellen auf dem Arbeitsmarkt hinzu - ein, Indikator, auf den die Fed bei ihrer Bewertung neben der Inflation besonders genau schauen muss. Die Inflation ist seit längerem von der Zielmarke von zwei Prozent entfernt und wird nach Einschätzung der Fed dahin auch nicht umgehend zurückkehren.

Und welche Auswirkungen dürfte die Entscheidung der US-Notenbank auf die Börse haben? Sollte es keine Zinserhöhung geben und die Aussichten auf weitere Erhöhung vage bleiben, rechnen viele Experten zumindest mit einer Erleichterungsrally. Denn der Dax hat in vergangenen Tagen bis zu 800 Punkte verloren. „Ein erstes Kursziel für eine nach dem starken Einbruch überfällige Bärenmarktrally liegt bei 9750 Punkten“, meinen die Börsenexperten Franz-Georg Wenner und Andreas Büchler. Als Bärenmarktrally wird von den Börsianern eine kräftige Zwischenerholung in einem insgesamt schwachen Umfeld bezeichnet. 

Dennoch sollten sich ihrer Ansicht nach Anleger noch zurückhalten: Bis zum Wochenschluss treffen beispielsweise die britische und die europäische Notenbank Entscheidungen zur Geldpolitik. Und am Freitag ist der große Verfallstag für Terminkontrakte. Dieser Tag kann die Börsenkurse gehörig durcheinanderwirbeln. „Sorgen bleiben uns ebenfalls erhalten, bis am 23. Juni in Großbritannien abgestimmt wird und spätestens am 24.Juni dann die Endergebnisse vorliegen“, meint auch der technische Analyst Holger Struck.

Quelle:  Handelsblatt Online
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