So entsteht der ifo-Index : 7000 Unternehmen im Konjunkturcheck

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So entsteht der ifo-Index : 7000 Unternehmen im Konjunkturcheck

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Den Ifo-Geschäftsklima-Index gibt es seit 1969

von Bert Losse

Der ifo-Geschäftsklima-Index ist das bekannteste deutsche Konjunkturbarometer. Wie kommt der Indikator zustande?

Der ifo-Geschäftsklimaindex wird am Münchner ifo Institut von einem rund 15-köpfigen Team erstellt. Jeden Monat befragen die Ökonomen rund 7000 Unternehmen aus Verarbeitendem Gewerbe, Bauwirtschaft, Groß- und Einzelhandel, wie diese ihre aktuelle Geschäftslage und die Perspektiven für die kommenden sechs Monate einschätzen. Bei der Lagebewertung stehen die Antworten "gut", "befriedigend" und "schlecht" zur Auswahl, bei den Erwartungen geben die Betriebe an, ob ihre Geschäfte "eher günstiger" oder "eher ungünstiger" laufen dürften oder "etwa gleich bleiben". Die via Internet oder Fax eingehenden Antworten werden zunächst nach der Betriebsgröße und dem Branchenanteil an der Bruttowertschöpfung gewichtet und aggregiert.

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Hans-Werner Sinn Quelle: dpa

Aus der Differenz der Prozentanteile von Optimisten und Pessimisten bilden die Ökonomen dann einen Saldo. Wenn 50 Prozent der Unternehmen bessere Geschäfte erwarten und 30 Prozent schlechtere, liegt der Saldo also bei 20. Aus den Salden von Lagebeurteilung und Erwartungen entsteht am Ende - als geometrisches Mittel und normiert auf das Basisjahr 2005 - der Klimaindex. Er zeigt an, ob sich die Wirtschaft einem Auf- ober Abschwung nähert. Das Geschäftsklima kann zwischen den Extremwerten minus 100 (heißt: alle Befragten schätzen die Lage schlecht ein beziehungsweise erwarten eine Verschlechterung der Entwicklung) und plus 100 schwanken

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Die ersten Umfragen machte ifo im Dezember 1949, den Geschäftsklimaindex gibt es seit 1969. "Der ifo-Index steht auf einer besonders breiten empirischen Basis, die wesentliche Teile der deutschen Wirtschaft abdeckt", lobt Christoph Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung und Chef der Fünf Wirtschaftsweisen. Zudem biete der Index "einen langen Erfahrungshorizont", da einige Zeitreihen bis in die Siebzigerjahre zurückreichten. Schmidt sieht allerdings auch Schwächen: "Die Korrelation des ifo-Index mit der Produktion ist etwas niedriger als etwa beim Einkaufsmanagerindex EMI - und sein Vorlauf gegenüber der Konjunktur ist nicht allzu hoch." Ifo selbst beziffert die Korrelation von Index und Bruttoinlandsprodukt mit 0,8 - bei einem maximal möglichen Wert von 1.

Eine weit verbreitete Faustregel besagt: Ändert der Index die Richtung und behält diese zwei weitere Male bei, steht eine Trendwende der Konjunktur bevor. Ifo selbst hat sich von dieser "Dreimalregel" allerdings distanziert. Entscheidender als die Richtung sei das Ausmaß der Veränderung. Wenn der Index zum Beispiel dreimal um 0,1 Punkte falle, lasse sich daraus kein konjunktureller Absturz ableiten.

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