Sonderkonjunktur: Aufschwung dank Bauboom

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Sonderkonjunktur: Aufschwung dank Bauboom

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Der Bauherr - Helmut Echterhoff hat vier Krisen überdauert

von Max Haerder, Konrad Fischer und Dieter Schnaas

Der deutsche Wohnungsbau boomt – zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung. Die Sorgen ums Ersparte treiben die Deutschen in die eigene Immobilie. Dank der Energiewende könnte der Sonder-Aufschwung sogar für die gesamte Branche noch einige Jahre tragen.

Wenn Helmut Echterhoff erklären soll, warum sein Verhältnis zu Beton und Stützpfeilern deutlich liebevoller ausfällt, als es normalerweise üblich ist, dann erzählt er die Geschichte von der Brücke. Vor Kurzem war er mit einem seiner sieben Enkel im Auto unterwegs, und irgendwann während ihres frühsommerlichen Ausfluges rollten die beiden über diese Brücke. Als Bauunternehmer betrachtet Echterhoff solche Konstruktionen zumeist mit professionellem Blick, aber dieser hier fühlt er sich ganz besonders verbunden: Er hat sie als junger Ingenieur in den Sechzigerjahren selbst mit errichtet. Bleibende Erinnerungen nennt man das wohl.

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Das Glück der Wende

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Seine Firma, die mittelständische Echterhoff-Gruppe aus Westerkappeln, führen mittlerweile die Kinder, da ist endlich Zeit für die Schau aufs große Ganze. „Ich habe in vier Jahrzehnten vier Rezessionen erlebt“, sagt der 72-Jährige, „da wird man gelassener.“ Auch gegenüber Hoch-Zeiten. Der gelernte Maurer hat den einheitstrunkenen Jubel von 1989 mitgefeiert – und danach jene Jahre unternehmerisch ausgekostet, in denen die neuen Länder vielleicht nicht überall zu blühenden, aber dafür frisch betonierten Landschaften wurden. Bis in den letzten Winkel des Ostens ließ Bonn damals Autobahnen und Schienen im Eiltempo ausrollen, jedes Fachwerkhäuschen und jede Jugendstilfassade wurde mit Hingabe saniert, brachliegende Bombenlücken wurden gefüllt und Kanalisationen erneuert.

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Die Euphorie währte bis Mitte der Neunzigerjahre, danach ging es am Bau bergab. „Einen Boom, wie wir ihn nach der Wende hatten, wird es wohl nicht mehr geben“, ist sich Echterhoff auch heute noch sicher. Und dennoch: Eine Stimmung wie derzeit erlebt auch jemand mit seiner Erfahrung nur sehr selten. Die Bauindustrie ist wieder ziemlich nah dran an der Hochstimmung der Nach-Wendezeit. Nach mehr als 15 mageren Jahren mit unzähligen Pleiten und Entlassungen schwelgt sie wieder in einem richtig schönen Boom.

Die Stimmung steigt

Der Branchenumsatz wuchs 2011 um 9,5 Prozent, so kraftvoll wie seit 1994 nicht mehr. Von Januar bis Ende März 2012 lag der Auftragseingang mit rund 12,6 Milliarden Euro noch einmal mehr als zwölf Prozent über dem schon exzellenten Vorjahreswert. Bei den Unternehmen – und selbst bei der Zunft der lange leiderprobten Architekten – steigt die Stimmung deshalb unaufhörlich.

So wird die Geschäftslage in der Bauindustrie beurteilt (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

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Kein staatliches Konjunkturpaket befeuert diesen Aufschwung, sondern ausgerechnet der lange als langweilig, bieder und träge verschriene Wohnungsmarkt. Aufträge der öffentlichen Hand sorgen weiterhin für Stabilität, und der Gewerbebau brummt sehr ansehnlich. Aber bei Wohnimmobilen geht gerade die richtige Party ab: Die Neubaugenehmigungen hüpften 2011 um mehr als 20 Prozent nach oben, und dieses Jahr soll es ähnlich rasant weitergehen.

Die Voraussetzungen dafür stimmen: Die Bauzinsen verharren auf historischen Tiefständen und machen Darlehen billig. Hohe Lohnabschlüsse samt niedriger Arbeitslosenraten sorgen für die nötige Zuversicht bei potenziellen Bauherren und Eigentümern in spe.

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