Stabilitätsbericht: Die Angst vor der chronischen Finanzkrise

ThemaKonjunktur

Stabilitätsbericht: Die Angst vor der chronischen Finanzkrise

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat gute Nachrichten: Die Einsturzgefahr des Weltfinanzsystems ist gebannt, dennoch ist es für ein Durchatmen vor allem in der Euro-Zone zu früh.

Die Krisen könnten vor allem dann zum Dauerproblem werden, wenn die Gesetzgeber der Währungsunion nachlassen, Reformen im Bankensektor voranzutreiben und die wirtschaftliche Erholung zu stützen, fordert die Institution in ihrem neuen Bericht zur globalen Finanzstabilität.
Sollte der Eifer bei der Reparatur des Systems nachlassen, könnten alte Risiken dauerhaft zurückkehren, heißt es in dem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Papier. Schwache Banken müssten dringend restrukturiert, Kapitalanforderungen weiter verschärft werden.
Zuletzt habe die Krise in Zypern erneut gezeigt, wie brüchig das Vertrauen internationaler Finanzmärkte sei. Der marode Bankensektor trieb das kleine Euroland an den Abgrund und sorgte weltweit für Besorgnis. Der Insel muss mit milliardenschweren Kredithilfen geholfen werden.
Das Ausmaß „unterstreicht die Dringlichkeit, die Reformen in der Eurozone zu vollenden“, so die Analyse, die der Weltwährungsfonds zwei Mal im Jahr erarbeitet. Er ruft darin auch ausdrücklich zu einer Rekapitalisierung von Banken, einer gemeinsamen Bankenaufsicht und einer vervollständigten Währungsunion auf. Diese Themen werden auch bei der Frühjahrstagung der 188 IWF-Mitgliedländer Ende der Woche in Washington auf der Tagesordnung stehen.

Euro-Krise Euro-Zone vor dem großen Knall

Die Euro-Zone pendelt zwischen Depression und Rezession, die hohe gesamtwirtschaftliche Verschuldung ist so nicht mehr tragbar. Das Platzen einer gigantischen Kreditblase wird immer unausweichlicher.

huGO-BildID: 29867288 ARCHIV - Die Euro-Skulptur leuchtet am Abend des 05.08.2009 in Frankfurt am Main vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) (Zoomeffekt). Europa ist der Wegbereiter: Erstmals will eine Region Banken- und Börsengeschäfte besteuern. Die Finanztransaktionssteuer soll Zocker und Spekulanten abschrecken. Doch die EU ist zerstritten, nur elf Staaten machen mit. 2014 soll es losgehen. Foto: Uwe Anspach dpa (zu dpa "Elf EU-Länder gehen voran: Börsensteuer soll Geldsegen bringen" vom 14.02.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die globale Krisenfeuerwehr lobt in dem Bericht, wie vor allem die Banken in entwickelten Volkswirtschaften wesentliche Erfolge beim Umbau ihrer Bilanzen erzielt hätten. „Aber die Fortschritte waren ungleichmäßig, so sind die Systeme in unterschiedlichen Stufen ihrer Reparatur.“ In den USA sei der Prozess etwa weitgehend abgeschlossen, während das in der Eurozone nicht der Fall sei - vor allem nicht in den schwächeren Staaten.
Insgesamt fiel die IWF-Einschätzung der globalen Finanzstabilität aber wesentlich positiver aus als noch vor einem halben Jahr, als in dem Bericht von einem „sehr brüchigen“ Vertrauen ins Weltfinanzsystem und „bösen Abwärtsspiralen“ die Rede war. So heißt es nun, die globalen Finanz- und Marktbedingungen hätten sich „in den vergangenen sechs Monaten spürbar verbessert“.

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