Starke Währung: Rekordhoch: Euro steigt erstmals über 1,50 Dollar

Starke Währung: Rekordhoch: Euro steigt erstmals über 1,50 Dollar

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Der Euro hat gegenüber dem Dollar weiter an Stärke zugelegt

Der Euro ist erstmals über 1,50 Dollar geklettert. Die Gemeinschaftswährung erreichte heute im frühen Handel in Fernost einen Rekord bei 1,5047 Dollar, gab im Verlauf aber wieder auf 1,4988 Dollar nach.

Händler machten die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA und Aussagen des Vizechefs der US-Notenbank Fed für die Dollarschwäche verantwortlich. Dazu kam, dass der deutsche Ifo-Geschäftsklima-Index gestern überraschend angestiegen war, was den Euro stützte. "Wir haben gerade eine wichtige psychologische Marke passiert, und der Markt muss jetzt prüfen, wo die nächste Hürde liegt", sagte Hideaki Inoue von Mitsubishi UFJ Trust and Banking.

Der überraschende Anstieg des Ifo-Geschäftsklima-Index hatte bereits gestern dem Euro einen Schub in Richtung 1,49 Dollar gegeben. Die Gemeinschaftswährung stieg um fast einen US-Cent auf 1,4888 Dollar. Ein überraschend starker Anstieg der US-Erzeugerpreise bremste jedoch gestern Nachmittag den Euro, so dass er auf 1,4870 Dollar rutschte. An den Spekulationen auf weitere Zinssenkungen in den USA Mitte März änderten die Daten zunächst aber nur wenig. Derzeit preisen die Märkte eine US-Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 2,50 Prozent ein. Damit würde der Zinsvorteil des Euro weiter steigen. In der Euro-Zone liegt der Zins bei 4,0 Prozent, und viele sind sich hinsichtlich der weiteren Zinspolitik der EZB nicht sicher.

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Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn warnte die Währungshüter vor einer voreiligen Zinssenkung, nachdem der Ifo-Geschäftsklima-Index im Februar überraschend auf 104,1 Punkte gestiegen war. „Der Ifo-Index ist Munition für die Falken im EZB-Rat“, erklärte Michael Klawitter, Analyst bei der Dresdner Bank. Falken stehen für die Befürworter einer straffen Zinspolitik. Die EZB werde sich vermutlich mit ihren Zinssenkungen doch mehr Zeit lassen als von einigen Beobachtern gedacht, sagte ein Händler.

Während die EZB vor allem der Preisstabilität verpflichtet ist, muss die Fed (US-Notenbank) mit ihrer Politik auch die Wirtschaftsentwicklung im Auge haben. „Insgesamt unterstreicht die Serie jüngster Preisdaten, dass die US-Notenbank die Inflationsrisiken nicht anhaltend ignorieren kann“, warnt Postbank-Analystin Fabienne Riefer. Helaba-Analyst Ralf Umlauf sieht das ähnlich. „An der Inflationsfront kann in den USA keine Entwarnung gegeben werden“, erklärt Umlauf. Die konjunkturelle Abkühlung dämpfe bislang die Inflation kaum. Insofern habe die Fed nur eingeschränkten Zinssenkungsspielraum. Hinweise auf die weitere Zinspolitik erhofften sich die Anleger von der heutigen Anhörung von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Entscheidend ist nach Einschätzung Hideaki Inoues von Mitsubishi UFJ Trust and Banking nun das weitere Vorgehen der Fed. Vizechef Donald Kohn hatte gestern das schwache Wachstum in den USA als größeres Problem als die Inflation bezeichnet. Experten werteten dies als Anzeichen darauf, dass die Notenbank den Leitzins weiter senken könnte. Seit August wurde er von 5,25 auf 3,0 Prozent reduziert. Sollte der Zinssatz in den USA weiter fallen, dürfte dies den Dollar weiter belasten, weil Anlagen in den USA so unattraktiver werden.

Ein Dollar kostete 107,18 Yen. Zum Euro notierte die japanische Währung bei 160,64 Yen. Der Schweizer Franken wurde mit 1,0751 Dollar beziehungsweise 1,6116 Euro gehandelt.

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