Statistik: Mehr Arbeitslose im August

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Statistik: Mehr Arbeitslose im August

Der Trend des vergangenen Monats setzt sich fort: Aufgrund der Ferienzeit waren im August wieder mehr Menschen ohne festen Job. Die Entwicklung spiegelt die insgesamt schwächere Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Im Ferienmonat August haben in diesem Jahr mehr Menschen in Deutschland einen Job gesucht. Insgesamt waren 2,905 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Damit nahm die Zahl der Suchenden seit Juli um 29.000 zu.

Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 40.000 Männer und Frauen weniger auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Die Arbeitslosenquote blieb wie im Juli bei 6,8 Prozent, nach 7,0 Prozent ein Jahr zuvor. „Insgesamt entwickeln sich die wesentlichen Arbeitsmarktindikatoren zunehmend schwächer. Hier zeigt sich auch das geringere Wachstum der deutschen Wirtschaft“, kommentierte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise.

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Die Rezession im Euroraum dürfte nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor allem die exportabhängige Industrie treffen: „Hier dürften teilweise sogar Kurzarbeit und Rückgänge bei der Beschäftigung anstehen“, sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker am Mittwoch. Der Rückgang der Beschäftigung werde aber nur einen kleinen Teil der Wirtschaft treffen. „Insgesamt wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt außerordentlich gut bleiben.“

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Eine Karte mit der Aufschrift "Made in Germany" (Foto vom 16.06.2012). Auch 125 Jahre nach der Einführung von «Made in Germany» ist das ursprünglich als Handelshemmnis von den Briten erfundene Label für viele deutsche Firmen immer noch unverzichtbar. Verpassen kann sich das Label jeder, der dadurch auf eine Werbeeffekt hofft. Nur knapp die Hälfte der Wertschöpfung muss aus Deutschland kommen. Foto: Lars Halbauer dpa (zu dpa-Korr-Bericht: "125 Jahre «Made in Germany» -vom Handelshemmnis zur Erfolgsgeschichte" vom 22.08.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Diese Einschätzung teilt auch die Bundesagentur und verweist auf die vielen offenen Stellen. Freie Jobs gibt es demnach noch bei Leiharbeitsunternehmen, dem Groß- und Einzelhandel, in Bauunternehmen und der Gastronomie. Aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen würden Kräfte gesucht. Die Rückgänge in den Vormonaten signalisierten allerdings eine „tendenziell nachlassende Kräftenachfrage“, räumte die Bundesagentur ein. „Angesichts abgeschwächter Konjunkturerwartungen zeigen sich die Unternehmen insgesamt vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angeht“, betonte die BA.

Derzeit verzeichnet die BA noch keine verstärkte Nachfrage von Unternehmen nach Kurzarbeit. Aktuell bezögen etwa 65.000 Beschäftigte das sogenannte Konjunktur-Kurzarbeitergeld, berichtete das BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker am Donnerstag in Nürnberg. In der Finanzkrise 2008/2009 hatten zeitweise bis zu 1,6 Millionen Menschen kurzgearbeitet. Im August hätten Firmen lediglich für 15.000 bis 20.000 Beschäftigte Kurzarbeit beantragt. „Das ist ein durchaus übliches Niveau und kein Hinweis auf eine Krise“, sagte Becker. Man müsse die weitere Entwicklung aber beobachten. Die Bundesagentur sei darauf vorbereitet, rasch wieder ein neues Kurzarbeiterprogramm aufzulegen, mit dem in der letzten Krise Hunderttausende von Entlassungen verhindert worden waren.

In den Sommermonaten nimmt die Arbeitslosigkeit traditionell zu, weil Schulabgänger und junge Leute nach ihrer Ausbildung eine Anstellung suchen. Außerdem werden viele neue Mitarbeiter erst nach der Sommerpause in den Unternehmen eingestellt. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit nicht nur aus saisonalen Gründen gestiegen. Saisonbereinigt drängten noch immer 9000 Arbeitslose mehr als im Vormonat auf den Arbeitsmarkt. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Arbeitslosenzahl lag im August bei 2,901 Millionen.

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In Westdeutschland waren im August dieses Jahres fast 2,036 Millionen Menschen ohne Arbeit und damit 11.000 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 6,0 - 0,1 Prozentpunkte höher als im Juli. In Ostdeutschland dagegen sank die Arbeitslosigkeit sogar leicht. So suchten mit 869.200 Männern und Frauen fast 1000 weniger nach einem Job als noch im Monat zuvor.

Die Zahl der Erwerbstätigen nahm zuletzt (im Juli) weiter zu und lag bei 41,68 Millionen. Das sind 469.000 mehr als im Vorjahr. Auch gibt es mit 28,93 Millionen im Juni dieses Jahres 546.000 mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte als noch im Vorjahr. Dennoch wird der Abstand zu den Vorjahreszahlen von Monat zu Monat kleiner.

Im September beginnt das neue Ausbildungsjahr. Bislang wurden den Arbeitsagenturen 497.000 Ausbildungsplätze gemeldet, ein Plus zum Vorjahr von derzeit 3000 Stellen. Zugleich sind mit 542.000 Bewerbern 17.000 junge Menschen mehr auf der Suche als vergangenes Jahr. Zugleich liege die Zahl der bis Juli abgeschlossenen Ausbildungsverträge derzeit über dem Vorjahresniveau, teilte die Bundesagentur weiter mit.

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