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Stimmt es, dass...: ... Otto Normalverbraucher reicher ist als Joe Sixpack?

von Norbert Häring Quelle: Handelsblatt Online

Vermögensverwalter wollten wissen, wo die größeren Vermögen zu finden sind. Der Vergleich des typischen Amerikaners mit dem typischen Deutschen ergab, dass das deutsche Vermögen anscheinend etwas höher ist.

Norbert Häring
Norbert Häring ist Korrespondent in Frankfurt.

Auf den italienischen Ökonomen Vilfredo Pareto geht das Pareto-Prinzip oder 80-20-Prinzip zurück. Es besagt in allgemeiner Form, dass oft wenige Elemente den Großteil des Effekts bestimmen. Wenn man effizient wirtschaften will, muss man sich auf diese wenigen Elemente konzentrieren. Mit dieser Überlegung hat die Schweizer Großbank Credit Swiss einen Weltvermögensbericht vorgelegt. Denn Vermögensverwalter wollen wissen, wo die großen Vermögen sind, um die sie sich bemühen wollen. Die Vermögen sind nämlich, wie Pareto um 1900 für Italien festgestellt hatte, stark konzentriert. 20 Prozent der Bevölkerung haben 80 Prozent des Vermögens.

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Der Bericht enthält interessante Vergleiche, die sonst meist in Durchschnittsbetrachtungen verloren gehen.

So hat der durchschnittliche erwachsene US-Amerikaner ein Vermögen von knapp 250 000 Dollar, der durchschnittliche Deutsche nur 200 000. Der Vergleich des typischen Amerikaners mit dem typischen Deutschen ergibt anderes. Gemeint ist der Bürger, der ebenso viele Reichere über sich hat wie Ärmere unter sich. Joe Sixpack in den USA, hat nur 53 000 Dollar Vermögen, Otto Normalverbraucher dagegen 57 000 Dollar. Frankreich liegt beim Durchschnittsvermögen auf US-Niveau, aber der mittlere Franzose hat immerhin 90 000 Dollar Vermögen, der mittlere Italiener sogar 158 000 Dollar, und das bei einem ähnlichen Durchschnittsvermögen wie in den USA.

Der Grund liegt in der sehr unterschiedlichen Verteilung der Vermögen. In den USA übererfüllen die reichsten 20 Prozent ihr Pareto-Soll. Sie kontrollieren 83 Prozent des Vermögens. In Italien haben sich die Zeiten seit Pareto geändert. Dort sind es nur noch 60 Prozent. Deutschland liegt etwa in der Mitte.

In den USA haben dafür 30 Prozent der Bevölkerung weniger als 10 000 Dollar, davon fast die Hälfte praktisch gar nichts. In Deutschland sind die entsprechenden Anteile nur wenig niedriger. In Frankreich allerdings ist der Anteil der Habenichtse und Habefastnichtse nur halb so groß. Und in Italien ist er sogar noch geringer.

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