Teuerungsrate: Inflation frisst Reallohn-Zuwachs auf

Teuerungsrate: Inflation frisst Reallohn-Zuwachs auf

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Lohntüte: Die hohe Inflation führt dazu, dass Arbeitnehmer vor dem fünften Reallohn-Minus in Folge stehen.

Zu früh gefreut: Zwar haben die Arbeitgeber bei den jüngsten Tarifabschlüssen ordentliche Lohnzuwächse zugesagt. Am Ende des Tages dürfte das den Arbeitnehmern nichts nützen. Angesichts der starken Teuerung drohen in Deutschland das fünfte Jahr in Folge Einkommenseinbußen - mit bösen Folgen für den Konsum.

Die Lebenshaltungskosten stiegen im ersten Quartal stärker als die Löhne, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Mit 3064 Euro verdienten Vollzeitbeschäftigte im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Noch stärker kletterten die Verbraucherpreise mit 2,9 Prozent, weil sich vor allem Energie und Lebensmittel kräftig verteuerten.

„Ich glaube nicht, dass sich dieser Trend im Laufe des Jahres wieder dreht“, sagte der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Adolf Horn, zu Reuters. „Den Konsum kann man für dieses Jahr abschreiben.“ Eine schnelle Entspannung bei den Preisen ist nicht in Sicht: Auch nach dem Krisengipfel in Saudi-Arabien hielt der Höhenflug des Ölpreises an.

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Der Präsident des Einzelhandelsverbandes HDE, Josef Sanktjohanser, hatte zudem die stärksten Preiserhöhungen seit mehr als zehn Jahren angekündigt. Die Bundesbank erwartet für dieses Jahr eine Inflationsrate von rund drei Prozent. Erst gegen Ende des Jahres könnte wieder eine zwei vor dem Komma stehen, hieß es im Monatsbericht. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt seit Monaten vor übermäßigen Lohnerhöhungen als Ausgleich für den Kaufkraftverlust, weil sich dann Preise und Löhne gegenseitig hochschaukeln und die Teuerung verfestigen könnten.

Linken-Parteichef Oskar Lafontaine bezeichnete die Reallohneinbußen unterdessen als „absoluten Skandal“. „Verantwortlich ist die Politik der Bundesregierung, die mit Hartz IV, der Verhinderung des Mindestlohns und der Ausuferung von Leiharbeit dafür sorgt, dass ein Viertel aller Beschäftigten im Niedriglohnsektor beschäftigt sind“, sagte er.

Banken an der Spitze - Kumpels mit geringstem Lohnzuwachs

Die Tarifrunde 2008 ist inzwischen zum größten Teil abgeschlossen - mit zum Teil deutlich höheren Ergebnissen als in den Vorjahren. Vor allem bei Dienstleistern und hier besonders im öffentlichen Sektor habe sich der Lohnanstieg beschleunigt, hieß es im Monatsbericht der Bundesbank.

Spitzenverdiener sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Angestellten im Kredit- und Versicherungsgewerbe. Ihre Gehälter stiegen im Schnitt um 3,4 Prozent auf 3935 Euro und damit so stark wie in keiner anderen Branche. 2007 lag der Jahresverdienst hier bei 56.218 Euro - allein 10.093 Euro davon waren Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Durchschnittlich lag der Bruttojahresverdienst aller Vollzeitbeschäftigten 2007 bei 40.368 Euro, die Sonderzahlungen machten 4185 Euro aus.

Allerdings gehörten nicht alle Angestellten bei Dienstleistern zu den Gewinnern: Mit 1897 Euro mussten sich Kellner, Köche und andere Beschäftigte in der Gastronomie zufrieden geben. Ihre Verdienste stiegen zudem unterdurchschnittlich. 2007 wurde ihr Jahresverdienst durch Sonderzahlungen von lediglich 1020 Euro aufgebessert und lag bei 23.444 Euro.

Schlusslicht bei den Einkommenssteigerungen im ersten Quartal waren aber die Beschäftigten im Bergbau, die mit 3180 Euro lediglich 1,2 Prozent mehr erhielten.

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