US-Notenbank: Fed stochert im Nebel

US-Notenbank: Fed stochert im Nebel

, aktualisiert 13. Juni 2016, 22:24 Uhr
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Am Mittwoch trifft sich die US-Notenbank - doch es wird kaum erwartet, dass Fed-Chefin Janet Yellen danach etwas Großes vermelden wird.

von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Die US-Notenbank wird am Mittwoch nichts verändern und voraussichtlich auch keine klare Botschaft geben. Dabei sprachen die Notenbanker noch vor kurzem von der Zinserhöhung, als stehe sie unmittelbar bevor.

New YorkEs schien alles abgemacht. Die maßgeblichen Politiker der US-Notenbank (Fed) sprachen von der nächsten Zinserhöhung, als stehe sie unmittelbar bevor, zum Teil wurden sogar ausdrücklich die Monate Juni oder Juli als mögliche Termine genannt. Dann kam Freitag vor einer Woche ein schwacher Bericht vom US-Arbeitsmarkt, und alles ist wieder offen. Kaum jemand rechnet noch damit, dass sich bei der Sitzung Mitte dieser Woche etwas tut.

Und damit der Juli in Betracht kommt, müsste erst wieder eine stärkere Tendenz am Arbeitsmarkt erkennbar werden. Weil niemand weiß, wie der nächste Bericht ausfällt, dürften die Notenbanker sich auch mit ihren Kommentaren zurückhalten.

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Am Mittwoch werden zum ersten Mal seit März auch wieder neue Prognosen der Fed-Gouverneure und –Präsidenten veröffentlicht. Michael Feroli, Ökonom bei JP Morgan, erwartet eine etwas vorsichtigere Tendenz als im März, aber trotzdem nach wie vor eine Mehrheit mit der Voraussage von zwei Zinserhöhungen noch in diesem Jahr. Die Fed hatte zum ersten Mal seit der Finanzkrise im Dezember die Leitzinsen von nahe Null auf gut ein Viertelprozentpunkt erhöht und damals für 2016 vier weitere Schritte prognostiziert, war im März aber dann auf zwei Zinsschritte heruntergegangen. Diese Prognosen sind keine Ankündigungen, sondern geben die Einschätzungen der jeweiligen Geldpolitiker wieder, wobei nicht veröffentlicht wird, von wem welche Prognose stammt. Sie werden häufig aber trotzdem als Signale aufgefasst, wo die Fed hin will. In den letzten Monaten waren die Investoren meist von einem deutlich langsameren Kurs bei den Zinserhöhungen ausgegangen als die Fed selbst.

Die zuletzt schwache Zahl vom Arbeitsmarkt bezog sich auf die Zahl der zusätzlich neu geschaffenen Jobs. Sie lag mit 38.000 für den Mai weiter unter den Erwartungen. Auf der anderen Seite wurde danach aber bekannt, dass die Zahl der neuen offenen Stellen hoch ist und die Kreditvergabe der Banken lebhaft. Nach Meinung von Torsten von der Deutschen Bank droht den USA daher keinesfalls eine Rezession.

Alles kommt jetzt darauf an, ob die schwache Mai-Zahl im Juni wieder deutlich höher liegt. Wenn ja, wird der Mai als Ausreißer abgehakt. Wenn nicht, wird die Fed sich schwer tun mit weiteren Zinserhöhungen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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