US-Notenbank: Mit Janet Yellen in die nächste Krise

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US-Notenbank: Mit Janet Yellen in die nächste Krise

von Frank Doll

Steigende Zinsen machen den Wechsel an der Spitze der Fed besonders gefährlich. Die USA könnten auch ihre geldpolitische Führungsrolle in der Welt verlieren.

Glück gehabt. Ben Bernanke wird seine Amtszeit als Chairman der US-Notenbank Fed ohne einen weiteren Crash der globalen Finanzwirtschaft beenden. Seiner Nachfolgerin dürfte dieses Glück nicht beschieden sein. Mit Janet Yellen steht vom 1. Februar an die erste Frau an der Spitze der Fed. Jedem Wechsel an der Spitze der US-Notenbank folgte in den vergangenen drei Jahrzehnten eine Finanzkrise - manchmal ohne zeitliche Verzögerung wie bei Alan Greenspan, manchmal mit etwas Abstand wie bei Ben Bernanke.

Die Übergänge sind deshalb so gefährlich, weil kein Notenbankpräsident während einer Krise aus dem Amt ausscheiden will. Der Geldhahn bleibt deshalb bis zuletzt weit geöffnet. Es liegt dann am Nachfolger oder an der Nachfolgerin, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Die Geldpolitik der USA in den vergangenen 30 Jahren ähnelt stark jener im Vorfeld der Großen Depression.

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Quelle: AP

Durch den Zins senkenden Ankauf von Staats- und Hypothekenanleihen (Quantitative Easing, QE) hat die Fed unter Bernanke mehr als 3000 Milliarden frischer Dollar in das Finanzsystem gepumpt. Die Bilanzsumme der US-Notenbank ist auf rund 4000 Milliarden Dollar angeschwollen. Die Summe entspricht etwa einem Viertel der jährlichen US-Wirtschaftsleistung. Das schränkt die Flexibilität der Fed in zukünftigen Krisen stark ein. Die Geldmenge M1, also Dollar-Barbestände in Banknoten und Münzen plus Dollar-Sichteinlagen, hat sich seit 2008 nahezu verdoppelt. Der scheidende Fed-Chef Bernanke hat dadurch die zweite große Spekulationsblase in seiner Karriere als Notenbankchef angeschoben.

Eigentlich ist Quantitative Easing (QE) kein neues geldpolitisches Konzept. Bereits in den späten 1920er Jahren war die Fed, ganz besonders die New Yorker Fed unter ihrem damaligen Präsidenten Benjamin Strong damit beschäftigt durch Ankäufe von Staatsanleihen die Zinsen niedrig und das Geldangebot expansiv zu gestalten. Ähnlich wie Bernanke setzte Strong damals auf höhere Aktienkurse und den Vermögenseffekt. Der US-Aktienmarkt haussierte von 1926 an ohne nennenswerte Korrektur. Wall Street war euphorisch wie heute. Im September 1929 aber war der Gipfel erreicht. Es folgte der Börsenkrach, die Große Depression und die Weltwirtschaftskrise.

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