US-Rezessionsgefahr belastet: Konjunkturaussichten trüben sich weiter ein

US-Rezessionsgefahr belastet: Konjunkturaussichten trüben sich weiter ein

Die Konjunkturaussichten haben sich nach Experteneinschätzung weiter eingetrübt.

Die Konjunkturaussichten haben sich nach Experteneinschätzung weiter eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen gaben im Januar erneut unerwartet stark nach und sanken um 4,4 Punkte auf minus 41,6 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berichtete.

Es ist der niedrigste Stand seit Januar 1993 und der siebte Rückgang in den letzten acht Monaten. ZEW-Chef Wolfgang Franz sagte, der größte Risikofaktor für die Entwicklung der deutschen Konjunktur sei die Gefahr einer Rezession in den USA im Zuge der Finanzkrise. Sie würde zusammen mit dem starken Euro die Exportwirtschaft schwächen. „Der Konsum wird in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle für die Konjunkturentwicklung spielen.“

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Allerdings seien die Einführung von Mindestlöhnen oder überzogene Lohnforderungen nicht geeignet, den privaten Verbrauch zu erhöhen, da sie mit Arbeitsplatzverlusten verbunden seien, warnte Franz. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechterte sich im Januar ebenfalls. Der entsprechende Indikator sank um 6,9 Punkte auf 56,6 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone trübten sich weiter ein. Der Euro-Indikator verlor 6,0 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei minus 41,7 Punkten.

Volkswirte hatten den Rückgang erwartet. Gerd Hassel von der BHF Bank: „Die Daten entsprechen meinen Erwartungen. Die aktuelle Lage fiel auch, blieb aber im Rahmen. Wir werden ein Konjunkturtief haben, aber wahrscheinlich keine Rezession. Aber im zweiten Halbjahr 2008 wird sich das Wachstum wieder erholen.“

Ähnlich schätzt Matthias Rubisch von der Commerzbank die Lage ein: „Ein weiterer Rückgang war erwartet worden. Entscheidend dürften die jüngsten US-Konjunkturdaten gewesen sein: Die Arbeitslosenquote ist gestiegen und der ISM-Index gesunken. Das Risiko einer Rezession in den USA hat sich damit erhöht.“

An der Umfrage im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests beteiligten sich 270 Analysten und institutionelle Anleger. Sie wurden nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt. Der Indikator Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten in Deutschland wieder.

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